Pfarrer der Lippischen Landeskirche informieren sich über Landwirtschaft vor Ort

04. Mai 2015

Die Bewahrung der Schöpfung geht nicht ohne die Landwirtschaft, davon konnten sich über 20 Pfarrerinnen und Pfarrer der Lippischen Landeskirche und Landessuperintendent Dietmar Arends auf dem Betrieb Reckefuß am Montag (4.5.2015) überzeugen. Auf Einladung des Lippischen Landwirtschaftlichen Hauptvereins besichtigten sie den Schweine- und Ackerbaubetrieb Reckefuß in Leopoldshöhe-Krentrup, der zudem mit mehreren Berufskollegen eine Biogasanlage betreibt (Rainer Wächter, Bernd Hameier, Albrecht Brokmeier und Rosemarie Meier zu Krentrup). „Wir wollen den Kirchenvertretern die heutige Landwirtschaft aus erster Hand erklären“, erläutert der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende von Lippe Reinhard Petig. Anhand von vier Stationen – Tierhaltung und Tierwohl, Pflanzenschutz, Biogasanlage und Kooperationen in der Landwirtschaft – erhielten die Vertreter der Landeskirche auf dem Betrieb Reckefuß Einblicke in die heutige Landwirtschaft.

Die Gesellschaft verliere immer mehr den Bezug zur Landwirtschaft und vergesse gerne, dass das Essen aus der Landwirtschaft komme. „Der hohe theologische Anspruch, die Schöpfung zu bewahren, kann jedoch nicht ohne die Gruppe der Bauern umgesetzt werden, denn wir arbeiten in und mit der Natur und leben mit und von unseren Tieren“, bekräftigt Landwirt Adolf Meyer zu Döldissen und Vertreter des Lippischen Hauptvereins in der Kammer der Landeskirche für den ländlichen Raum.

Große Sorgen bereiten den Landwirten die Verunglimpfungen in der Gesellschaft und öffentlichen Meinung. Beschimpfungen, Dauerkritik, pauschale Diffamierungen hinterlassen ihre Spuren in unseren Familien. Doch Landwirtschaft ist ein zu komplexes Thema, das leider all zu oft sehr vereinfacht dargestellt wird. „Wir sehen unsere größte gesellschaftspolitische Herausforderung des Berufsstandes darin, mehr Akzeptanz für die Landwirtschaft, zu schaffen“, unterstreicht Petig. Doch durch die zunehmende Entfremdung der Gesellschaft bestehe leider oft Unkenntnis über die tatsächlichen Gegebenheiten in den heutigen Ställen, auf den Feldern und auf den Höfen.

Als ein großes Problem unserer Zeit sieht der Berufsstand die Vermenschlichung der Tiere. Heimtiere müssten oft als Partnerersatz herhalten und deshalb sei die Diskussion über Tierhaltung von vornherein gefühlsbeladen, dass eine sachliche Auseinandersetzung mit Landwirten oft gar nicht mehr möglich sei. „Doch das Tier muss Tier bleiben dürfen“, unterstreicht Reckefuß. Tiere hätten andere Bedürfnisse als Menschen. Sie seien unsere Mitgeschöpfe, denen man artgerecht und gut begegnen müsse. Doch landwirtschaftliche Nutztiere könnten und sollten nicht wie Haus- und Kuscheltiere, aber auch nicht wie Wildtiere gehalten werden.

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