Bundesrat will Freitag über Verschärfung der Düngeverordnung entscheiden: Landwirte sind in Sorge

26. März 2020

So sieht Wintergetreide aus, wenn es zu wenig Nährstoffe bekommen hat.

Lippe /wlv (Re) Die Landwirte sind in Sorge: Im Eiltempo will die Bundesregierung jetzt offensichtlich die aktuelle Änderung der Düngeverordnung durchdrücken. Gerade erst ist die Düngeverordnung für Nordrhein-Westfalen (NRW) Gesetz geworden, da versucht der Bund im Eiltempo auf Drängen der EU eine Düngeverordnung zu erlassen, die bei weiten nicht so klar in der Ausweisung der betroffenen Gebiete als auch in den Folgen der Düngung sei, kritisiert Dieter Hagedorn, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Lippe. Dies solle erst im Nachhinein erarbeitet werden, und ab 01.01.2021 Gültigkeit haben.

Es sei natürlich verständlich, dass diese „unendliche Geschichte“ mal eines Schlusspunktes bedürfe. Aber warum dies in der augenblicklichen Situation, in der auch die Behörden alle am Limit arbeiteten, richtig sei, oder ob nicht erst Klarheit über die endgültige Ausgestaltung geschaffen werden müsse, erschließe sich dem Vorsitzenden nicht. Stattdessen wolle die Bundesregierung Freitag, damit eine Woche vor dem bisher vorgesehenen Termin, im Bundesrat abstimmen lassen.

Die Einhaltung des Zeitplans für die Umsetzung der Verordnung sei wahrscheinlich nicht machbar. Hagedorn: „Vollkommen unrealistisch ist doch, dass Bund und Behörden innerhalb der nächsten sechs Monate es schaffen, die dazu erforderlichen Schritte, geschweige denn die geplante Verwaltungsvorschrift umsetzen zu können.“

Gerade jetzt sei vielen bewusst, dass eine regionale heimische Ernährungsversorgung wichtig sei. „Auf den Höfen gibt es schon jetzt genug Unsicherheit, wie diese Zeit der Coronakrise zu meistern ist“, erklärt Hagedorn, „da benötigen wir eigentlich keine zusätzlichen Baustellen.“ Fakt sei, das die deutsche Landwirtschaft hochwertige Produkte liefere.

„Wir begrüßen die Art, Form und Weise der in NRW verabschiedeten Düngeverordnung“, erläutert Hagedorn“, sagt der Vorsitzende. „Dort wo es messbaren Bedarf gibt verschliessen wir uns nicht, aber pauschale Lösungen halten wir für  fachlich falsch.“

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