Hitze-Welle schlaucht Mensch, Tier und Pflanze

12. August 2020

Bei Temperaturen um 30 Grad schwitzen auch die Kühe

Es ist zu trocken. Beim Mais rollen sich schon die Blätter zusammen, ein Zeichen für Trockenheit.

Lippe /WLV (Re) Das Thermometer zeigt derzeit über 30 Grad Celsius an. Die Hitzetage bringen die Menschen, aber auch die Tiere und ihre Halter ins Schwitzen. „In diesen heißen Sommertagen tun die Bauern alles, um ihren Tieren die Temperaturen so angenehm wie möglich zu machen“, so der der Landwirtschaftliche Kreisverbandes Lippe.

Die Landwirte haben während dieser Zeit ein besonders wachsames Auge auf ihre Rinder, Schweine und Hühner und sorgen für Abkühlung. „Jeder Landwirt schaut, wie er seinen Tieren Erleichterung verschaffen kann“, erklärt der Kreisverbandsvorsitzende Dieter Hagedorn. Ausreichendes Tränkewasser sei selbstverständlich, aber auch eine gute Belüftung rund um die Uhr sei besonders wichtig, denn die Tierarten hätten ganz unterschiedliche Ansprüche. So sind Ferkel, Küken oder Kälber beispielsweise gegenüber Temperaturextremen oder Zugluft empfindlicher als ältere Tiere. In den Geflügel- und Schweineställen achten die Bauern auf eine gute Frischluftzufuhr und Luftbewegung. Die Landwirte sind kreativ, um den Tieren die Hitze erträglicher zu machen, ob durch Luftbewegung, Berieselung, kühles Wasser oder Kuh-Duschen. Kühe, Mutterkühe und Rinder auf der Weide sieht man an heißen Tage oftmals in Gruppen stehen – anstatt zu liegen. Das hat seinen Grund. Im Stehen könnten die Kühe und Rinder im Vergleich zum Liegen über die größere Oberfläche mehr Körperwärme abgeben. Insgesamt versuchten die Wiederkäuer ihren Organismus mit verschiedenen Maßnahmen auf die Hitze einzustellen. Bei hohen Temperaturen schalten sie wie andere Lebewesen einen Gang runter indem sie sich weniger bewegen“, sagt Hagedorn. Ähnlich wie bei Menschen sei auch das Schwitzen. Zudem diene eine erhöhte Atemfrequenz dazu, die Körpertemperatur auf 38 Grad zu halten.

Den Pflanzen auf den Feldern macht die sommerliche Hitze ebenso zu schaffen. Während die Getreideernte bei gutem Wetter zügig eingefahren werden konnte, brauchen die Früchte auf den Äckern wie Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln Regen. Zwar hat es stellenweise örtliche Gewitterschauer gegeben, aber insgesamt ist es zu trocken. „Beim Mais rollen sich schon die Blätter zusammen, dies ist ein Zeichen für Trockenheit“, so der Vorsitzende. Die Landwirte wünschen sich schönen, ergiebigen Landregen.“

Viele Zuckerrübenfelder sehen zurzeit traurig aus

Machen ist es schon aufgefallen: Die Rüben lassen derzeit die Blätter hängen, teilweise liegen sie sogar platt am Boden. Vertragen die Rüben die Hitze nicht? Die Zuckerrübe, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, fühlt sich auch bei heißem Wetter noch relativ wohl. Sie hat sehr tiefe Wurzeln und kann Wasser auch aus tieferliegenden Bodenschichten nutzen. Damit sie bei der Hitze nicht unnötig Energie verbraucht, geht sie tagsüber in Schlafstellung, indem sie die Blätter hängen lässt. Nachts richten sie sich in der Regel wieder auf.

Wald und Feld Brandgefahr!

Weiter weißt der Vorsitzende auf die Brandgefahr durch das heiße und trockene Wetter hin. Nur ein kleiner Funken reiche, um einen verheerenden Waldbrand in Gang zu setzen. Um die Gefahr eines Feuers zu minimieren, sollten folgende Regeln eingehalten werden:

- Kein offenes Feuer wie Lagerfeuer oder Grillen im Wald oder in der Nähe!
- Nicht Rauchen und keine Zigarettenreste wegwerfen! Dies gilt auch für die Autofahrt durch oder entlang des Waldes!
- Keine Glasabfälle zurücklassen. Auch kleine Glasscherben können Brände in Wald und Feld entfachen. Sie könnten bei Sonnenbestrahlung als Brennglas wirken!
- Nicht mit dem Fahrzeug über entzündlichem Untergrund parken! Der Katalysator eines Kraftfahrzeugs erhitzt sich stark und kann einen Brand auslösen! Benutzen Sie nur ausgewiesene Parkflächen!

Zudem gilt: Wird ein Waldbrand bemerkt, sollte umgehend die Feuerwehr über die 112 gerufen werden oder die Polizei über die 110.

Presse-Kontakt

Hitze-Welle schlaucht nicht nur die Menschen, ebenso die Tiere. Bei Temperaturen um 30 Grad schwitzen auch die Kühe.

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