Mausfahrer Sebastian Horn im neuen Video zu sehen

Rüben-Kampagne endet am Mittwoch

20. Januar 2021

Was hat eine Rübe mit einer Maus zu tun?

Fotos Bildautor: WLV
Fotos Sebastian Horn
Sebastian Horn aus Lage ist begeisterter Mausfahrer. Für den 24-Jährigen ist es die dritte Rübenkampagne, in der er die Lippemaus fährt.

Mit Beginn der Rübenkampagne im Oktober bis jetzt zum Ende saß er regelmäßig auf der Rübenmaus - am Tage oder in der Nachtschicht. Er erzählt im Video, warum er gern als Mausfahrer unterwegs ist. Er erklärt weiter, wie eine Rübenmaus arbeitet und worauf alles beim Einsatz der Maus geachtet wird.

Lippe /wlv (Re) Wie arbeitet eine Rübenmaus? Warum ist Sebastian Horn gern als Mausfahrer unterwegs? Worauf wird alles beim Einsatz der Maus geachtet? Dieses erklärt der junge Landwirt aus Lage in einem aktuellen Video des neuen OWL-Filmteams mit dem Titel „Aufgedeckt: Woher kommt der Zucker für die süßen Sachen?". Ein Teil des Videos ist auf einem Zuckerrübenacker in Lemgo – Lieme gedreht. Es zeigt und erklärt die Rüben-, die Lippemaus in Aktion.

Sebastian Horn hat als Mausfahrer stressige Wochen hinter sich. Ihm merkt man diese aber nicht an. Er ist voller Begeisterung bei der Arbeit und im Einsatz, egal, ob am Tage oder in der Nachtschicht. Mit Beginn der Rübenkampagne im Oktober bis jetzt zum Ende am Dienstag dieser Woche saß er regelmäßig auf der Rübenmaus. Diese ist in der Kampagne rund um die Uhr im Einsatz. Für den 24-Jährigen ist es die dritte Rübenkampagne. Das große Gerät nimmt die geernteten Zuckerrüben auf, die am Ackerrand in Mieten liegen. Sie reinigt diese und verlädt sie auf LKWs.

Das Arbeiten im Team mit den LKW-Fahrern sei wie in einer großen Familie, ist von dem jungen Landwirt im Video zu hören. Der Kontakt mit den Lastwagen-Fahrern, die die Rüben zur Zuckerfabrik nach Lage transportieren, sei großartig, „auch das ganze Drumherum ist einfach klasse", erzählt der Junglandwirt begeistert. Wie viele LKWs brauchen wir für die Rübenmiete oder können die Fahrer schon zum nächsten Acker fahren?" Das alles gelte es zu organisieren. Der Einsatzleiter koordiniert die Aufträge und stimmt sich dann gemeinsam mit den Mausfahrern ab, wo und wann die Rüben abgeholt werden. Sebastian ist mit Leidenschaft bei der Arbeit, sie sei vielfältig und verantwortungsvoll. „Ich bin in der freien Natur und komme immer zu verschiedenen Landwirten", unterstreicht der 24-Jährige weiter.

Heute klimafreundlicher

Im Vergleich zu früher hat sich einiges getan: Früher seien die Rüben mit Treckergespannen transportiert worden. Diese hätten natürlich weniger Rüben mitbekommen als heutzutage die LKWs. „Der LKW verbraucht weniger Diesel und wir brauchen auch weniger LKWs, um die gleiche Menge Rüben zur Zuckerfabrik zu fahren", schildert der Mausfahrer. Somit sei das ganze klimafreundlicher geworden. Außerdem ist es ein großes Anliegen, Behinderungen im Straßenverkehr und Ruhestörungen in der Nacht zu vermeiden. Wo liegen Rübemieten in der Nähe von Wohngebieten, um dort tagsüber zu laden. „An Hauptstraßen machen wir es eher in der Nacht", beschreibt Sebastian. „Ein ruhiger Ablauf der Kampagne ist uns allen enorm wichtig."

Das mittlerweile dritte Video des jungen OWL-Filmteams ist jetzt aktuell fertig geworden. Der Filmer Henrik Südmeyer aus Bad Oeynhausen, gelernter Landwirt und derzeit Schüler an der Agrarfachschule in Herford sowie Bauerntochter Anja Mettenbrink aus Herford und Studentin an der Hochschule in Osnabrück, sind seit September gemeinsam in Sachen Filmdreh unterwegs. Sie möchten zeigen, wo unsere Lebensmittel herkommen. Seit Herbst, mit Beginn der Rübenkampagne, haben sie sich mit der Rübe näher beschäftigt. Sebastian hat den Film inhaltlich mitbegleitet und erläutert: Viele Menschen hätten ein Bedürfnis, den Weg ihrer Nahrungsmittel von der Erzeugung bis auf den Tisch zu kennen.

Nicht nur, aber auch mit Bewegbildern möchte der landwirtschaftliche Nachwuchs mehr Vertrauen und Verständnis schaffen. Sebastian Horn liegt die Öffentlichkeitsarbeit sehr am Herzen. Darum sagte er auch gleich zu, als er von Filmer Südmeyer angesprochen wurde. Die beiden kennen sich von der Fachschule in Herford. Der Lagenser Landwirt ist selbst beispielsweise als Agrarblogger sehr aktiv. Sein Anliegen: Vorstellungen in der Bevölkerung mit den landwirtschaftlichen Realitäten im Gleichklang zu bringen.

Und noch eins ist ihm wichtig: Er appelliert an jeden einzelnen in der Landwirtschaft sich zu engagieren, je nach seinen Begabungen. Es gebe viele Möglichkeiten. „Nutzt die sozialen Medien oder den direkten Dialog", so Sebastian, „für mehr gesellschaftliches Verstehen und Miteinander, für einen wunderschönen Beruf und für eine Zukunft in der Landwirtschaft.

Der Film ist in Zusammenarbeit mit der regionalen Öffentlichkeitsarbeit des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) in OWL entstanden. Dieter Hagedorn, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Lippe findet das Engagement der jungen Leute großartig. Denn Aufklärungsarbeit in der Landwirtschaft sei in heutigen Zeiten wichtiger denn je.

Anzusehen ist das Video auf dem WLV-Youtube Kanal, Vimeo, Facebook sowie auf der Webseite des Westfälisch-Lippischen Landswirtschaftsverbandes (WLV) https://wlv.de/generation-zukunft und bei Instagram auf der Seite des Junglandwirtforums. Der Kurzlink zu den Filmen: www.wlv.de/entdeckt

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Schon gewusst? Der Weg der Zuckerrübe
Pflanze auf dem Feld:
Von April bis zum Herbst wachsen die Zuckerrüben auf dem Feld, erzeugen in ihren Blättern mit Hilfe des Sonnenlichtes Zucker und lagern diesen in dem Rübenkörper ein. Von September bis November werden die Rüben mit einem Rübenroder geerntet und am Feldrand in einer Miete abgelegt.

Miete am Feldrand:
Hier warten die Rüben auf den Abtransport. Ein Ladegerät, die „Rübenmaus" „frisst" sich in den Rübenhaufen und befördert sie auf LKWs oder Anhänger. Hierbei werden die Rüben schon grob von der anhaftenden Erde befreit.

Unterwegs:
Die Rüben werden mit LKWs in die Zuckerfabriken transportiert.

Zuckerfabrik:
Hier werden die Rüben zunächst gewaschen und zerkleinert. Dann wird mit heißem Wasser der Zucker aus den Rübenschnitzeln gelöst. Dabei entsteht ein Saft, der etwa 15 Prozent Zucker enthält, der so genannte Rohsaft. Dieser Rohsaft enthält neben Zucker und Wasser aber auch noch andere Stoffe. Mit gelöstem Kalk, der Kalkmilch, werden diese Stoffe gebunden und abgetrennt. Die nun klare Zuckerlösung, der Dünnsaft, wird gekocht, so dass das Wasser nach und nach verdampft. So erhält man einen dickflüssigen Sirup, in dem kleine Zuckerkristalle enthalten sind. In einer Zentrifuge werden nun die Zuckerkristalle vom Sirup getrennt. Jetzt noch trocknen und verpacken und dann ist der Zucker in der Tüte.

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Wie war die Rübenernte?
Mit der Rübenernte sind die Rübenbauern im Kreis Lippe zufrieden. „Die Zuckergehalte sind leicht über Durchschnitt, die Erträge gut und liegen über den fünfjährigen Mittel", sagt Landwirtevorsitzender Dieter Hagedorn. „Das Wetter im letzten Jahr passte und die Sonne hat den Zuckerprozenten gut getan." Schließlich sei der Zucker in den Rüben gespeicherte Sonnenenergie. Das Rübenroden und auch die Abfuhr seien störungsfrei verlaufen.

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Presse-Kontakt

Die Rüben werden mit dem Rübenroder geerntet und dann am Feldrand in einer Miete abgelegt.

Foto Rübenmaus
Das Ladegerät, die „Rübenmaus" „frisst" sich in den Rübenhaufen (wie hier auf dem Acker in Lemgo-Lieme) und befördert die Rüben auf LKWs. Hierbei werden die Rüben schon grob von der anhaftenden Erde befreit. Die LKWs transportieren dann die Rüben zur Zuckerfabrik. Dort wird der Zucker aus den Rüben gewonnen.

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