„Grüne Kreuze“: Besonderer Bauergottesdienst mit Gedankenaustausch am 6. November Landwirte fühlen sich an Rand der Gesellschaft gedrückt

04. November 2019

Zu einem Bauerngottesdienst laden die Ortsverbände Dielingen und Drohne am Mittwoch, 6. November 2019 um 18.30 Uhr in der St. Marienkirche Dielingen. Die Idee eines speziellen Gottesdienstes stammen (von links) von Pastor Michael Beening sowie dem Ortsverbands-vorsitzenden Drohne Michael Schumacher, Gemeindeverbandsvorsitzenden Joachim Schmedt und dem Drohner Vorstandsmitglied Marc Gülker

Zu einem besonderen Bauerngottesdienst laden die Ortsverbände Dielingen und Drohne am Mittwoch, 6. November 2019 um 18.30 Uhr in der St. Marienkirche Dielingen ein. Anschließend findet im benachbarten „Raum für Gemeinde“ ein Gedankenaustausch statt. Das Thema: Die derzeit überall zu sehenden „Grünen Kreuze“ am Wegesrand und die derzeitige Stimmung in der Landwirtschaft. Hintergrund sind auch die vielen Protestaktionen der vergangenen Woche in ganz Deutschland, initiert vor allem von jungen Landwirten und Landwirtinnen, so auch der Schlepperkorso im Kreis Minden-Lübbecke.

Die Idee eines Bauerngottesdienstes stammen von Pastor Michael Beening sowie dem Gemeindeverbandsvorsitzenden Joachim Schmedt, Ortsverbandsvorsitzenden Drohne Michael Schumacher und dem Drohner Vorstandsmitglied Marc Gülker. Sie laden gemeinsam zu diesem Gottesdienst alle Landwirte und Interessierte aus Stemwede und Umgebung ein.

„Pastor Beening unterstützt mit dem grünen Kreuz in unserer Kirche den stillen Protest der Landwirte“, erklärt Schmedt. „Insbesondere deshalb, weil immer mehr Landwirte sich an den Rand der Gesellschaft gedrückt fühlen.“ Dass die Bauern täglich, 365 Tage im Jahr, auch an den Wochenenden, Feiertagen, für Nahrungsmittel in höchster Qualität sorgen, sei vielen in Vergessenheit geraten.

„Landwirtschaftliche Betriebe entwickeln sich weiter und wir lernen aus den Fehlern der Vergangenheit, aber wir benötigen auch die notwendige Luft zum atmen“, erläutert Schmedt. Landwirtschaft finde „draußen“ statt nicht in einer Fabrikhalle. Landwirte leben mit ihren Nutztieren. „Jedes Tier ist für uns wichtig, ein Individuum und nicht aus der Retorte“, betont Schmedt.

„Wir sind zu Veränderungen bereit, aber Vieles können wir nicht gleich von heute auf morgen stemmen“, untermauert Schmedt. „Es wird nicht einfach eine Maschine ausgetauscht.“ Entscheidungen und Investitionen hätten immer die Tragweite einer Generation.“ Leider seien politische Entscheidungen heute so wie das Wetter - unplanbar. „Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen“, so Schmedt. „Wir sind nicht der Sündenbock für alles in Gesellschaft und Politik.“ Die Landwirte fragen sich: „Kann man dem Bauern von nebenan nicht auch mal Danke sagen für die geleistete Arbeit in unserem Land? Wie oft wird der Landwirt von nebenan um Hilfe gebeten: Kannst du mal eben mit deinem Trecker kommen?

Die Bauern wollen den Dialog. Jeder ist herzlich eingeladen und natürlich die Landwirte aus Stemwede und Umgebung.

Presse-Kontakt

Daten werden geladen …

powered by webEdition CMS