Grüne Kreuze: Dialog-Bauern-Kirche Bauerngottesdienst: Landwirte übergeben Kollekte 550 Euro für Hilfsprojekt in Afrika

09. Dezember 2019

Die Kollekte des Bauerngottesdienstes in der St. Marienkirche Dielingen geht an ein landwirtschaftliches Hilfsprojekt in Uganda. Joachim Schmedt (links) überreichte den Spendencheck an Hubertus Beringmeier (Foto rechts) im Namen des Projekts. Pastor Michael Beening (Bildmitte) hatte die Idee zu diesem besonderen Gottesdienst.

Minden-Lübbecke /wlv (Re) Für den guten Zweck: Zu einem besonderen Bauerngottesdienst hatte der Pastor der St. Marienkirche Dielingen, Michael Beening, gemeinsam mit den Ortsverbänden Dielingen und Drohne am 6. November 2019 eingeladen. Mehr als 250 Bauern, Bäuerinnen und Mitglieder der Gemeinde waren gekommen. Sie haben bei der Kollekte für ein landwirtschaftliches Hilfsprojekt in Uganda rund 550 Euro gespendet. Am Donnerstag ist offiziell ein Scheck in diesem Wert übergeben worden. Hubertus Beringmeier, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe (OWL) nahm im Namen des Projekts diesen Scheck entgegen.

Beringmeier bedankt sich und erläutert: Seit fünf Jahren engagiere sich der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) in Uganda. Das Ziel sei landwirtschaftliche Strukturen vor Ort zu stärken.“ WLV, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Caritas förderten rund 1.100 Kleinbauernfamilien, die in Selbsthilfegruppen organisiert seien. Im Sinne der Selbsthilfeförderung sollen diese Kleinbauernfamilien unterstützt werden. „Nachhaltige Landwirtschaft, gemeinschaftliche Verarbeitung und Vermarktung von Erzeugnissen, Gesundheit und Hygiene sollen mit Hilfe zielgerichteter Schulungen und Investitionen gefördert werden“, führt Beringmeier aus und erzählt weiter: Uganda sei trotz seiner fruchtbaren Böden ein von Armut geprägtes Land. Das Potential für die Ernährung der Menschen wie auch für die Einkommenssicherung bleibe hier an vielen Stellen ungenutzt. „Wir wollen hier ein Zeichen der Solidarität setzten, sozusagen von Landwirte zu Landwirte von Deutschland - von Stemwede - nach Afrika“, bekräftigt Joachim Schmedt, Stemweder Gemeindeverbandsvorsitzender und stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender Minden-Lübbecke.

Grüne Kreuze waren Anlass

Anlass für den Bauerngottesdienst waren die überall zu sehenden „Grünen Kreuze“ am Wegesrand und die derzeitige Stimmung in der Landwirtschaft. Hintergrund waren auch die vielen Protestaktionen in ganz Deutschland, aufgerufen durch die Bewegung „Land schafft Verbindung“. Pastor Beening hatte die Idee zu diesem speziellen Gottesdienst, der bei den Landwirten und von der Gemeinde sehr gut angekommen war. Nach seiner Predigt wurde sogar applaudiert. Das sei ihm in seinen 26 Jahren noch nicht vorgekommen, kommentierte Beening an dem Abend.

Bauern und Gemeindemitglieder zueinander bringen

Es entstand die Idee, das grüne Kreuz im Kreis Minden-Lübbecke und darüber hinaus von Kirche zu Kirche weiterzugeben, um so Landwirte und Gemeindemitglieder zueinander zu bringen. Der Gedanke: Über die Bedeutung der Landwirtschaft, die Sorgen und Nöte mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen. „Wir wollen den Dialog“, betont Joachim Schmedt. Er wisse zudem, dass in einigen Gemeinden auch schon verschiedentlich Gespräche geführt wurden hinsichtlich eines solchen Bauerngottesdienstes.

„Die Zukunftsangst in den Bauernfamilien ist groß, selten ist die Stimmung so angespannt gewesen wie derzeit, schildert Beringmeier, Landwirt aus Hövelhof, die Lage. „Die Fülle an Auflagen aus Gesetzen, und Verordnungen werden vielfach auf Kosten der Landwirtschaft gemacht.“ Der politische Druck auf unsere Höfe wachse unentwegt. Die nationale Gesetzgebung treibe die Kosten in die Höhe und verringere zugleich die Erträge. Im internationalen Vergleich kommen sie wirtschaftlich eindeutig ins Hintertreffen. Die deutsche Politik biete keine verlässlichen Rahmenbedingungen für die Landwirte. Alles sei unbestimmt. „Wir sind zu Veränderungen bereit“, unterstreicht Beringmeier. Er gibt aber gleichzeitig auch zu Bedenken, das Lebensweise der modernen Gesellschaft habe vielfältige Auswirkungen auf die Umwelt. Landwirtschaft sei ein Teil dieser modernen Lebensweise. Beringmeier: „Wir müssen uns gemeinsam in allen Bereichen den unterschiedlichen Herausforderungen stellen.“ Jeder müsse einen Beitrag leisten.

Presse-Kontakt

Daten werden geladen …

powered by webEdition CMS