Brandstiftung und Manipulationen
auf Höfen in Stemwede

01. Juli 2021

Belohnung 40.000 Euro: Bauern bitten Bürger wachsam zu sein

Über 40.000 Euro Belohnung haben die Stemweder Landwirte nach der verheerenden Brandstiftung am Ostermontag auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Levern ausgesetzt. Diese hohe Summe ist von über 120 heimischen Landwirten und einigen Privatpersonen wie Nachbarn zusammengekommen. Sie soll für sachdienliche Hinweise sein, die zur Ergreifung des oder der Täter und zur rechtskräftigen Verurteilung führen.

Bitte halten Sie die Augen auf!

Die hiesigen Bauernfamilien appellieren an alle Bürger wachsam zu sein. „Halten Sie bitte die Augen auf, wenn Ihnen etwas auffällig oder merkwürdig erscheint", bittet der Gemeindeverbandsvorstand und die Stemweder Junglandwirte, die sich am vergangenen Freitag getroffen haben. „Wir spüren eine große Verunsicherung und Angst, nicht nur bei uns, sondern auch in der Bevölkerung." Es müsse alles getan werden, damit der oder die Tätergruppe ausfindig gemacht werde, so die Landwirte. Sie bitten um sachdienliche Hinweise.

Warum tut man so etwas? Hat es mit der Form der Landwirtschaft zu tun oder geht es gegen einzelne Höfe und Bauernfamilien? Warum spricht man uns nicht an? Das fragen sich die hiesigen Landwirte und sie bitten außerdem um Verständnis. So bewege sich beispielsweise der zeitliche Rahmen für erforderliche Arbeiten in der Landwirtschaft des Öfteren mal über den „normalen Feierabend" hinaus. Dies lasse sich leider nicht immer verhindern, da der grüne Berufsstand „unter dem freien Himmel" arbeiten würde. „Dafür bitten wir die Bevölkerung um Verständnis", so die Stemweder Landwirte und erklären: „Wir erzeugen Lebensmittel für alle und sind an dem Wetter gebunden."

Denselben Täter oder Täterkreis

Zerstochene Reifen an Schleppern und Maschinen, gelöste Radbolzen an Treckerrädern, Reifen und Stroh angezündet – immer wieder und seit mittlerweile mehreren Jahren wurden Manipulationen vorgenommen. Gülleschieber wurden geöffnet und bei eingehängtem Düngerstreuer Fangschalen und Riegel an Anhängekupplungen manipuliert. In mindestens zwei Fällen wurden fast alle Radmuttern von den Rädern entfernt. Mit den letzten Taten sind nicht nur Existenzen gefährdet worden. Mit den Bränden und manipulierten Straßenverkehrsfahrzeugen werde bewusst das Leben von Mensch und Tier auf's Spiel gesetzt, sind sich die Stemweder Bauern einig. „Warum tut man so etwas, dieses boshafte Zerstören, dass mutwillige in Kauf nehmen - dass Tiere und Menschen ums Leben kommen?", fragen sich die Landwirte. Sie gehen davon aus, dass es sich bei den schrecklichen Vorfällen, um denselben Täter oder Täterkreis handelt.

Im Namen der betroffenen Landwirte, insbesondere von Familie Langelahn, bedankt sich der Gemeindeverbandsvorsitzende Joachim Schmedt für die große Spendenbereitschaft, die zu einer Belohnungssumme von über 40.000 Euro geführt habe. „Gerade der schlimme Brandanschlag in Levern ist uns alle sehr nahe gegangen und hat eine Welle der Solidarität ausgelöst. Unser besonderer Dank gilt den Stemweder Jungbauern für ihre Idee zum Spendenaufruf.'"

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