Wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft in Münster ist ernst

23. März 2016

Geringe Preise für Landwirte: 25 Cent für 1 Liter Milch und 1 Cent für ein Brötchen

Münster <WLV> 25 Cent für 1 Liter Milch, 26 Cent für 200 g Wurst, 1 Cent für ein Brötchen – das, was Landwirte für Lebensmittel erhalten, wird immer weniger. Die Erzeugerpreise für Milch und Fleisch sind in den vergangenen Monaten drastisch gefallen. Die Situation der Bauernfamilien ist seit über einem Jahr äußerst angespannt und nicht wenige müssen sogar um ihre Existenz fürchten. Im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages werben die Münsteraner Landwirte deshalb für eine höhere Wertschätzung von Lebensmitteln und gegen Schleuderpreise in Lebensmittelmärkten.

Vor dem Lidl-Markt am Dingbängerweg in Münster-Mecklenbeck haben die Münsteraner Landwirte mit einem großen Plakat und einem reich gedeckten Tisch Verbraucher informiert, dass die aktuellen Lebensmittelpreise die Existenz vieler Landwirte bedrohen. „Am Beispiel Milch lässt sich die Preismisere anschaulich zeigen: Der Landwirt erhält aktuell nur noch 25 Cent für einen Liter Milch. Nötig wären mindestens 35 Cent, um nachhaltig auf den Höfen wirtschaften zu können“, sagt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster. „Wir wollen die Verbraucher informieren, dass wir jeden Tag verantwortungsvoll hochwertige und gesunde Lebensmittel vor den Toren der Stadt produzieren. Aber das darf kein Nullgeschäft für die Landwirte sein, sondern muss vom Lebensmitteleinzelhandel auch durch eine entsprechende Entlohnung gewürdigt werden.“

Kurz vor den Feiertagen verbanden die Münsteraner Landwirte ihre Aktion vor dem Lidl-Markt mit einem Ostergruß, den sie an Verbraucher übergaben. „Auch die Schokohasen sind aus frischer Milch hergestellt. Jedes Lebensmittel besteht immer auch aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die wir Landwirte Tag für Tag auf unseren Höfen produzieren“, machte Susanne Schulze Bockeloh deutlich.

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Münster erleben aktuell schwere Zeiten. Nach einem Wirtschaftsjahr, das für die meisten Betriebszweige massive Einkommensrückgänge brachte, erwarten Experten bis weit in das Jahr 2016 hinein keine durchgreifende Verbesserung der schlechten Erlössituation. Die aktuelle Marktlage ist nach Einschätzung von Susanne Schulze Bockeloh auf ein weltweit steigendes Angebot bei Milch, Fleisch und Getreide und die zugleich anhaltend schwache Nachfrage zurückzuführen.

Presse-Kontakt

Bilder von der Aktion der Münsteraner Landwirte in Mecklenbeck