Frisch vom Feld: Heimische Erdbeer-Ernte beginnt in diesen Tagen

19. Mai 2016

Kalter April bedingt späteren Start der Erdbeersaison

Münster <WLV> Bedingt durch kalte Temperaturen im April startet die heimische Erdbeerernte in diesem Jahr etwa eine Woche später als üblich. Auf einer Fläche von rund 40 Hektar werden in Münster 400 Tonnen Erdbeeren jährlich geerntet. Je nach Erntebedingungen werden somit pro Hektar zwischen acht und 25 Tonnen eingefahren. Die heimischen Erdbeeren erfreuen sich dabei größter Beliebtheit.

„Durch die Kälte im April hat sich die Erdbeerernte um rund eine Woche verzögert. Auf unserem Biohof bauen wir Erdbeeren ausschließlich nach ökologischem Anbauverfahren an, d.h. die Erdbeeren werden nicht chemisch gespritzt oder mit Kunstdünger gedüngt. Auf zwei Feldern in Gelmer und in Handorf  gegenüber dem Gartencenter können Erdbeerliebhaber auch selbst pflücken.  Aus verfrühtem Anbau mit Mini-Sonnentunnel ernten wir schon seit zwei Wochen. Die Qualität ist in dieser frühen Erntezeit ausgezeichnet“, sagt Erdbeer- und Spargelbauer Burkhard Lütke Laxen. „Der regionale Aspekt steht bei der Erdbeerernte ganz besonders im Mittelpunkt. An unseren Verkaufsständen im gesamten Stadtgebiet bekommen Kunden die Erdbeeren, die am Tage frisch vom Feld geerntet wurden. In diesem Jahr erwarten wir eine gute Erdbeerernte des leckeren Obstes“, sagen Heinrich und Stephan Bäcker, deren Betrieb inmitten der Rieselfelder liegt. 

„Der Anbau von Erdbeeren zeigt die Vielfalt unserer Landwirtschaft und ist für den heimischen Anbau ein wertvoller Bereich. Die angebotenen Erdbeeren können frischer nicht sein, da sie direkt vor den Toren der Stadt angebaut und geerntet werden“, macht Georg Schulze Dieckhoff, stellvertretender Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster, deutlich. „Die Erdbeere reist in der Regel nicht so weit. In den vergangenen Jahren war immer wieder zu beobachten, dass die deutschen Früchte die ausländischen Importe sofort nach Erntebeginn vom Markt verdrängen“, weiß Heinrich Ludger Rövekamp, Berater für Beerenobstanbau bei der Landwirtschaftskammer. Ganze 2,3 Kilogramm Erdbeeren isst jeder Deutsche im Durschnitt pro Jahr und die Nachfrage nach den leckeren Früchten ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Damit liegt die Erdbeere nach dem Apfel auf Platz zwei der Beliebtheitsskala beim Obst.

In NRW gibt es 575 Betriebe, die auf etwa 3.000 Hektar Erdbeeren anbauen. Im vergangenen Jahr wurden über 25.000 Tonnen Erdbeeren in NRW geerntet. Rund 70 bis 80 Prozent der Erdbeeren werden über die Direktvermarktung ab Hof und zahlreiche Verkaufsstände und Selbstpflückfelder vertrieben. Das Münsterland stellt mit circa 120 Erdbeerbetrieben einen wesentlichen Teil der NRW-Produktion dar. Dazu kommt die Besonderheit, dass es in Westfalen-Lippe ungefähr 400 Betriebe mit Selbstpflückfeldern gibt, die voraussichtlich ab Juni den Verbrauchern wieder die Möglichkeit geben, ihre Erdbeeren direkt vom Feld zu sammeln.

Hintergrund-Infos zum Erdbeer-Anbau ( Dateigröße: 56 KB)

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