Hundekot auf Feldern verunreinigt Futter- und Lebensmittel

08. Juli 2016

Hundehaufen haben oft negative Auswirkungen für landwirtschaftliche Betriebe

Münster <WLV> Besonders in den Frühjahrs- und Sommermonaten gehen viele Münsteraner in der freien Natur mit dem Hund Gassi – stadtnahe Grünflächen laden dazu besonders ein. Die Idylle wird jedoch getrübt, denn der Hundekot auf Feldern und die Erzeugung von Lebensmitteln passen nicht zusammen. Speziell Weideflächen am Stadtrand sind zunehmend massiv von Hundehaufen verunreinigt.

Tritt man auf dem Gehweg in einen Hundehaufen, ist es nur ärgerlich und stinkt. Verrichtet ein Hund sein Geschäft jedoch auf einer Wiese, so hat das für landwirtschaftliche Betriebe meist sehr weitreichende Auswirkungen auf die Hygiene. Massiv betroffen sind insbesondere solche Höfe, die in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt liegen. „Wir Landwirte sind in erster Linie Lebensmittelproduzenten, die unter enorm hohen Auflagen und Richtlinien Nahrungs- und Futtermittel auf unseren Feldern produzieren – Hundekot hat darin einfach nichts zu suchen, egal ob auf dem Erdbeer- und Getreidefeld oder in Heu und Gras für unsere Tiere“, erklärt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster. Bedenklich sei auch die Gefahr der Übertragung von Krankheiten durch Hundekot auf Hoftiere, wenn dieser ins Tierfutter gelange. 

„Wir sind quasi der erste Hof hinter der Stadt und somit werden sehr viele Hunde auf unseren Flächen Gassi geführt. Wir möchten dafür sensibilisieren, dass unsere biologisch bewirtschafteten Flächen durch den Kot von Hunden verunreinigt werden. So gelangen mitunter krankmachende Inhaltsstoffe in die Böden und Pflanzen und dadurch schließlich in die Nahrungsmittelkette“, sagt Josef lütke Jüdefeld, der einen Hof mit Rinderhaltung und Öko-Anbau an der Gasselstiege führt. „Hunde, die nicht angeleint sind oder an langer Leine gelassen werden, verunreinigen die biologisch bewirtschafteten Böden. Die darin enthaltenen Stoffe wie Medikamente, Antibiotika und Hormone, Bakterien und Würmer wirken sich unterschiedlich negativ auf die Bewirtschaftung des Betriebes aus“, zeigt sich der Landwirt besorgt.

Darüber hinaus ist der wirtschaftliche Schaden, der dem Landwirt entsteht, groß: „Was die meisten Hundehalter nicht bedenken: Wir bauen auf unseren Feldern Lebens- und Futtermittel an. Daher müssen wir strenge hygienische EU-Vorschriften einhalten. Mit Verunreinigungen in Futter- und Lebensmitteln bekommen wir Schwierigkeiten und können die Auflagen nicht einhalten“, unterstreicht Susanne Schulze Bockeloh die massiven Auswirkungen für ihre Berufskollegen. Im schlimmsten Fall könne das Futter sogar nicht verwendet werden. Auch Obst- und Gemüsebauern müssten ihre Ernteerträge vernichten, wenn diese verunreinigt sind. Für erzeugte Produkte wie Fleisch oder Milch trage der Landwirt dennoch selbst  die volle Verantwortung.

Auch für den Wildbestand in Münsters Wäldern haben unangeleinte Hunde gravierende Auswirkungen. Häufig beobachten Jäger eine Beunruhigung von Wildtieren durch jagende Hunde. „Gerade in Stadtrand-Revieren ist insbesondere in Setz- und Aufzuchtzeiten das Jungtier den Hunden oft wehrlos ausgesetzt“, weiß Jürgen Reh vom Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe. „Besonders in winterlichen Notzeiten und in den Hauptaufzuchtzeiten sollte jede unnötige Beunruhigung des Wildes vermieden werden. Das Anleinen der Hunde beugt der Beunruhigung und der Gefährdung des Wildes vor“, sagt Reh.

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