Münsteraner Landwirte für mehr Nachhaltigkeit: Moderne Technik garantiert optimale Düngung und schonende Bodenbearbeitung

21. April 2018

Berufsstand macht sich gemeinsam für den Umweltschutz stark

Münster <WLV> Wenn es momentan auf den Feldern "riecht", dann hat das einen Grund: Die Landwirte in Münster düngen aktuell ihrer Felder. Die Düngung mit Gülle und Mist bietet den Pflanzen zu dieser Jahreszeit Nahrung und versorgt sie mit wertvollen Nährstoffen, denn gerade das Wintergetreide benötigt im Frühjahr eine Startdüngergabe, damit das Pflanzenwachstum richtig beginnen kann. „Gülle und Mist aus der Tierhaltung und Gärreste aus der Biogasgewinnung sind für uns Bauern wertvolle Naturdünger, mit denen wir Nährstoffkreisläufe schließen. Was dem Boden durch die Pflanzen entzogen wird, muss wieder zugeführt werden“, sagt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster.

Mithilfe moderner Technik wird die Gülle passgenau und je nach Bedarf auf das Feld ausgefahren. Annika Ahlers vom Betriebshilfsdienst und Maschinenring Münster/Warendorf hat ein hochmodernes Gefährt im Einsatz, dass Landwirten die Bodenuntersuchung erleichtert.

„Der Ackerbauer muss heut detailliert nachweisen, welche Nährstoffe er in welcher Menge auf seinen Flächen ausgebracht hat. Mit unserem GPS-gesteuerten Bodenprobenentnahmegerät ziehen wir Proben und lassen diese in einem anerkannten Labor auf die wichtigen Nährstoffe wie Phosphat, Kali, Magnesium oder auch Stickstoff in verschiedenen Bodenschichten untersuchen. So weiß der Landwirt genau, wie viel pflanzenverfügbare Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Unter Achtung der Düngeverordnung kann er dann den benötigten Pflanzenbedarf decken. Zu den Analyseergebnissen bekommt der Landwirt von uns eine Karte, auf der unsere „Fahrlinie“ und die Entnahmestellen eingezeichnet sind. So können wir in regelmäßigen Abständen an den gleichen Stellen die Probenentnahme wiederholen“, sagt Annika Ahlers.

Lohnunternehmer Dietmar Wittkamp nutzt dafür bereits seit einigen Jahren das Strip Till-Verfahren: Dabei wird die Gülle direkt in den Boden abgelegt, so dass anschließend die Maisaussaat exakt in der Nähe des Düngerreservoirs erfolgen kann. Die Vorteile des Strip Till Verfahrens liegen in der verbesserten Nutzung des Wirtschaftsdüngers, da nur sehr geringe Emissionen entstehen und außerdem eine deutlich geringere Geruchsbelästigung erfolgt. Durch die Streifenbearbeitung des Ackers wird zusätzlich Bodenbearbeitung eingespart.

„Das schont den Boden, verbessert den Wasserhaushalt und schützt vor Erosion, außerdem steigert Strip Till die Regenwurmaktivität und den Humusaufbau – insofern wird durch das Verfahren eine nachhaltige Landwirtschaft befördert“, weiß Dietmar Wittkamp. „Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft ist sehr vielfältig. Beim Strip Till-Verfahren begünstigt die moderne Technik eine verantwortungsvolle und schonende Bodenbearbeitung, in der jedes Feld nach den individuellen Bedürfnissen beackert wird. Das kommt der Umwelt spürbar zugute“, sagt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes.

Hintergrund-Infos zur Düngung ( Dateigröße: 55 KB)

Presse-Kontakt

Bilder vom Pressetermin zum Strip Till-Verfahren