Weizenernte startet früh: Warme Temperaturen begünstigen Erntebeginn

13. Juli 2018

Landwirte bitten Bevölkerung um Verständnis bei Verkehrsbeeinträchtigungen

Münster <WLV> Man sieht es an den Staubwolken über den Kornfeldern in Münster: Die Weizenernte ist bereits in vollem Gange. Nachdem das Korn herangereift ist, rücken die Landwirte mit schwerem Geschütz auf die Äcker aus. Wenn sich das Mähwerk über den noch wogenden Getreidefeldern senkt, dauert es je nach Wetterlage nur wenige Tage, bis das Korn auf die Höfe eingefahren und der Rest der Pflanze zu großen Strohballen weiterverarbeitet wurde. Die landwirtschaftlichen Fahrzeuge und Maschinen, die zur Ernte des Getreides eingesetzt werden, sind größer, aber auch besonders leistungsfähig. Auf diese Weise hat sich die Schlagkraft der Landwirtschaft deutlich verbessert.

„In kurzen Zeitfenstern werden heute große Erntemengen vom Feld zum Hof, zum Handel oder zum Verarbeiten gefahren“, weiß Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster. „Wir hoffen auf das Verständnis der Bürger, wenn durch große Maschinen in diesen Tagen der Verkehr hier und da ein wenig zähflüssiger läuft – die Landwirte müssen das gute Wetter nutzen, um das Getreide trocken einzufahren.“

Lohnunternehmer Karl-Heinz Suttrup kommt in diesen Tagen kaum zur Ruhe: Im Auftrag von Landwirten kümmert er sich um die Ernte auf deren Feldern und ist aktuell mit acht Mähdreschern und fünf Strohpressen im Dauereinsatz. „Nach der Gerste geht es aufgrund der extrem warmen Temperaturen jetzt gleich mit der Weizenernte weiter. Bisher zeigt sich, dass die Qualität durchschnittlich ist, die Erträge jedoch äußerst bescheiden sind. Wo wir sonst acht bis neun Tonnen pro Hektar ernten, konnten wir bei der Gerste mitunter nur die Hälfte davon pro Hektar einfahren“, sagt Karl-Heinz Suttrup. Ein großes Problem für die Landwirtschaft ist die aktuelle Brandgefahr. Nicht nur Unachtsamkeit (etwa durch Wegwerfen von Zigaretten oder liegengelassene Grillkohle) könnte ganze Felder in Brand setzen. „Wenn Staub bei der Ernte des Getreides in bestimmte Bereiche der Maschine gerät, kann eine Explosion binnen weniger Augenblicke dazu führen, dass die ganze Maschine in Brand steht. Besondere Vorsicht und ständige Kontrolle der Geräte ist deshalb auch für uns unerlässlich“, weiß Fachmann Karl-Heinz Suttrup.

Der nun geerntete Weizen wurde bereits im Herbst des Vorjahres ausgesät und ist in der Region die am häufigsten angebaute Getreideart. Er umfasst in Münster eine Fläche von fast 3.000 Hektar, also rund ein Drittel der gesamten Ackerfläche. Für die Münsteraner Bauern ist Gerste die zweitwichtigste Getreideart, sie wurde bereits Ende Juni von den Feldern geerntet. Insgesamt werden in Münster auf 11.000 Hektar Getreide angebaut. Damit macht das Getreide zwei Drittel der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche im Kreisverbandsgebiet aus. Das Getreide dient in erster Linie als Futtermittel für Schweine und Sauen, aber auch für das Milchvieh ist es als Kraftfutter unverzichtbar. Der auf den Feldern angebaute Mais ist derweil mitten im Wachstum und steht gerade in der Blüte. In den nächsten Tagen und Wochen benötigt er Niederschlag, um weiter wachsen zu können.

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Eindrücke der diesjährigen Weizenernte