Betr. Fischsterben im Aasee: Brief an den Umweltdezernten der Stadt Münster

15. August 2018

Sehr geehrter Herr Peck,

mit Bedauern hat die Landwirtschaft das Tiersterben rund um den Aasee zur Kenntnis nehmen müssen.

Auch haben sich die Münsteraner Landwirte die Frage gestellt, ob vereinzelt erhobene Vorwürfe gegen die Landwirtschaft, insbesondere Phosphateintrag, ihre Berechtigung haben könnten.

Auf den ersten Blick gehen die Landwirte in Münster davon aus, dass über die üblichen Eintragungspfade, vor allem Dränagen, derzeit keine erhebliche Belastung in den Aasee gelangen konnte, da es wochenlang weder Niederschlag noch wasserführende Zuläufe gegeben hat. Beispielsweise sind Kinderbach und Meckelbach komplett trockengefallen.

Auch besteht ja schon seit mehreren Jahren, da der Aasee immer ein empfindliches Gewässer gewesen ist, eine Phosphatfällungsanlage, die ihren Beitrag hätte leisten sollen.

Sicherlich werden auch weitere Fragen zu beantworten sein. Gewässereinleitungen aus kommunalen Kläranlagen, Fließgeschwindigkeit, Renaturierungsmaßnahmen mit möglicherweise nicht ausreichender Begrünung, Abzug von Wasser durch die Fischaufstiegsanlage
u. ä., die eine Rolle spielen könnten. Auf den ersten Blick, so kann man wohl sagen, war der gemeine Münsteraner über die Anzahl der Fische, die überhaupt im Aasee gelebt haben, erstaunt. Inwieweit die Wasserqualität mit der Menge der Fische in Zusammenhang steht, gilt es wohl zu eruieren. Im Rahmen eines DBU-Projektes unter Vorsitz von Herrn Prof. Dr. Tillmann Buttschardt des Instituts für Landschaftsökologie ist die Landwirtschaft bereits dabei, die Zuflüsse rund um die Münstersche Aa zu untersuchen und hier einen Teil der Aufklärung beitragen zu können. Herrn Hirschmann aus Ihrem Hause ist dieses Projekt bereits bekannt.

Die Art der Presseberichterstattung, auch hinsichtlich der Vorwürfe gegenüber der Stadt, zu spät tätig geworden zu sein, macht die Landwirtschaft betroffen.

Gerne möchten sich die Landwirte deshalb in der von Ihnen geplanten „Task Force“ für die landwirtschaftlichen Fragen mitengagieren. Deshalb regen wir an, zwei Vertreter aus den Reihen der Landwirtschaft zu diesem Expertengremium miteinzuladen.

Wir danken für Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen


Susanne Schulze Bockeloh
Kreisverbandsvorsitzende

Presse-Kontakt

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