Afrikanische Schweinepest: „Schutz unserer Schweine hat oberste Prämisse“

29. August 2018

Austausch von Landwirten, Jägern, Veterinäramt und Jagdbehörde zu präventiven Maßnahmen

Münster <WLV> Die Afrikanische Schweinepest ist in Europa weiter auf dem Vormarsch, Anfang der Woche wurde der Ausbruch in Rumäniens größter Schweinefarm gemeldet. Zum Schutz der heimischen Hausschweine vor der Afrikanischen Schweinepest haben sich deshalb Vertreter der Kreisjägerschaft, der Münsteraner Landwirte, der Landwirtschaftskammer, des Veterinäramtes und der unteren Jagdbehörde der Stadt Münster auf dem Hof von Henrik Lütke Brintrup in Münster-Roxel getroffen. Beraten wurden insbesondere präventive Maßnahmen, um den Ausbruch in hiesigen Schweinebeständen zu verhindern. Henrik Lütke Brintrup machte anhand seines Betriebes die große Sorge der Ferkelerzeuger vor einem Ausbruch der ASP deutlich. Im Mittelpunkt standen dabei Tierschutzfragen, da in einem Ferkelerzeugungsbetrieb regelmäßig Ferkel geboren werden, welche im akuten Seuchenfall nicht in andere Betriebe verbracht werden dürfen.

„Der Schutz unserer Schweine hat oberste Prämisse. Wir müssen alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um eine Übertragung in unsere Region zu verhindern“, sagte Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster, im Hinblick auf die Gefahren der Schweinepest. Erhebliche Restriktionen, die über Monate oder sogar länger andauern können, mit deutlichen Einschränkungen für den Transport von Ferkeln und schlachtreifen Schweinen würden eine Vermarktung nahezu unmöglich machen, Preisverfall und erhebliche Einkommenseinbußen wären vorprogrammiert. Beim Pestausbruch bei Hausschweinen käme es zu Sperrungen der Betriebe und großflächigen Keulungen. Auch die Infektion von Wildschweinen mit der Afrikanischen Schweinepest kann für die Hausschweinehaltung dauerhaft zum Risiko werden, hier ist die Sorgsamkeit der Jäger gefragt.Bereits heute sind viele Schweine haltende Betriebe eingezäunt, um eine Übertragung der Afrikanischen Schweinepest durch Wildschweine zu verhindern.

Alle Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass es eine gemeinsame Aufgabe sei, präventive Maßnahmen zu ergreifen und Jäger wie Landwirte zu sensibilisieren, um einen möglichen Ausbruch der ASP zu verhindern oder im Fall eines Ausbruchs schnell zu reagieren. Biosicherheit und strenge Hygienebestimmungen auf den landwirtschaftlichen Betrieben seien dabei ebenso wichtig wie die Information von Reisenden an Autobahn-Raststätten oder das Entsorgen von Speiseresten in verschlossenen Mülleimern. Um Wildschweine keinem Infektionsrisiko auszusetzen, sollten Speiseabfälle niemals in der freien Landschaft entsorgt werden.

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