„Uns ist an der Aufklärung des Fischsterbens im Aasee sehr gelegen“

17. September 2018

Münsteraner Landwirte machen sich vor Ort für den Gewässerschutz stark

Münster <WLV> Mit Bedauern hat die Landwirtschaft, wie weite Teile der Gesellschaft, das Fischsterben im Aasee Anfang August zur Kenntnis genommen. Die darauffolgenden Diskussionen über mögliche Ursachen für diese Gewässersituation gingen teilweise in eine Richtung, die der Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Nutzflächen im Vorlauf des Aasees mehr oder weniger deutlich Vorwürfe machten. Gleichzeitig hatten sich die Münsteraner Landwirte bereits frühzeitig und auf vielfache Weise darum bemüht, sich gemeinsam mit allen relevanten Akteuren in der durch die Stadt initiierten „Task Force“ für die landwirtschaftlichen Fragen zu engagieren.

„Zunächst sollte ein externes Gutachterunternehmen eine differenzierte Untersuchung vornehmen, um die Hintergründe des Fischsterbens im Aasee gründlich zu untersuchen. Daran ist uns Landwirten sehr gelegen“, berichtet Susanne Schulze Bockeloh im Nachgang zu Ihrer Teilnahme an der „Task Force“. „Gleichzeitig wurden Vorwürfe laut, die Landwirtschaft sei Verursacher dieser Umweltkatastrophe. Deshalb haben wir nun neben ortsansässigen Landwirten auch Gewässerexperten und Kommunalpolitiker zusammen geholt, um uns die Situation vor Ort anzusehen und die langjährigen Bemühungen der Landwirte mit  Blühstreifen am Gewässer, extensiver Bewirtschaftung (keine Düngung, späte Mahd) und dem Einsatz teurer Technik, in die die Landwirte investiert haben, zu veranschaulichen“, sagte Susanne Schulze Bockeloh weiter.

Auf den ersten Blick gehen die Landwirte in Münster davon aus, dass über die üblichen Eintragungspfade – vor allem Dränagen – keine erhebliche Belastung in den Aasee gelangen konnte, da es wochenlang weder Niederschlag noch wasserführende Zuläufe gegeben hatte. So sind beispielsweise der angrenzende Kinderbach und Meckelbach im Juli und August komplett trockengefallen. Im Rahmen eines DBU-Projektes unter Vorsitz von Herrn Prof. Dr. Tillmann Buttschardt vom Institut für Landschaftsökologie ist die Landwirtschaft bereits dabei, die Zuflüsse rund um die Münstersche Aa zu untersuchen und hier einen Teil der Aufklärung beitragen zu können. Eine fachliche Aufarbeitung ist Voraussetzung für die Durchführung von geeigneten Maßnahmen, bei deren sinnvoller Umsetzung die Landwirte mitarbeiten werden.

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