Erntezeit der Zuckerrüben: Regionaler Zuckeranbau und Weiterverarbeitung

22. Oktober 2018

Landwirt Stephan Lütke Notarp erntet in St. Mauritz auf 10 Hektar Zuckerrüben

Münster <WLV> Stephan Lütke Notarp produziert mitten in Münster Zuckerrüben. Auf rund 10 Hektar Fläche baut seine Familie schon seit den 1970er Jahren die rund 1 kg schwere Rübe an. Die Zuckerrüben, die der 47-jährige Landwirt in diesen Tagen erntet, hat er bereits im April ausgesät. Dabei wird das Saatgut per Schlitzsaat mit einer Drillmaschine 3 cm tief in den Boden abgelegt, anschließend wächst es in einer Reihe. „Im anfänglichen Wachstum der Zuckerrübe ist es besonders wichtig, dass sie eine schöne Wurzel nach unten ausbildet, um jederzeit Zugang zu Wasser zu haben“, weiß Stephan Lütke Notarp aus langjähriger Erfahrung. „In diesem Jahr hat der Regen eindeutig gefehlt, deshalb werden die Rübenernten je nach Standort und Bodenbeschaffenheit unterschiedlich ausfallen. Die Pflanze hat viel Energie in den Erhalt der Blattmasse gesteckt, um die Rübe vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen.“

Geerntet wird mit einem sechsreihigen Zuckerrübenroder, der rund drei Meter breit ist. Später werden die Rüben mit der sog. Rübenmaus auf LKWs verladen und in die Zuckerfabrik des Unternehmens Südzucker nach Warburg gebracht und dort weiter verarbeitet. Dort entsteht Zucker für den Haushalts- und Industriegebrauch sowie als Nebenprodukt Zuckerrübenschnitzel als Viehfutter. „Die Zuckerrübe ist eine für Münster ungewöhnliche Ackerfrucht, hat aber eine zentrale Bedeutung für die Fruchtfolge, weil sie den Boden besonders gut durchwurzelt. Bei der Ernte ist eine ganz spezielle Erntetechnik notwendig“, weiß Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster.

Die Zuckerrübe hat einen Zuckergehalt von 17 bis 22 Prozent und ist die zuckerreichste Pflanze in Europa. Zucker war bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts ein begehrtes und kostbares Süßungsmittel, das ausschließlich aus dem in Übersee angebauten Zuckerrohr gewonnen wurde. Erst im Jahr 1747 entdeckte der Chemiker Andreas Sigismund Marggraf, dass heimische, als Viehfutter angebaute Rüben Zucker enthalten. Ein besonderes Kennzeichen der Zuckererzeugung aus Rüben ist die konsequente Nutzung aller bei der Rübenverarbeitung anfallenden Stoffe. Ihre am Prinzip der Nachhaltigkeit ausgerichtete Wirtschafts- und Produktionsweise erfüllt die Erwartungen an den Umwelt- und Verbraucherschutz.

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Bilder der Münsteraner Zuckerrübenernte