Münsteraner Landwirte im Gespräch mit Oberbürgermeister Markus Lewe

08. Juli 2019

Schulze Bockeloh: „Wir wollen gesellschaftliche, politische und landwirtschaftliche Ansprüche übereinbringen“

Münster <WLV> Die Münsteraner Landwirte arbeiten unmittelbar vor den Toren der Stadt, der Austausch mit der städtischen Bevölkerung ist für sie daher genauso unerlässlich, wie der stete Austausch mit der Politik und der Verwaltung. 50 Prozent der Stadtfläche werden von Landwirten bewirtschaftet, Stadt und Land sind nah beieinander. Daher ist es gute Praxis, dass sich Vertreter der Landwirtschaft regelmäßig mit Oberbürgermeister Lewe und Verantwortlichen der Verwaltung austauschen. „Die Landwirtschaft ist aus Münster nicht wegzudenken. Hier werden hochwertige Lebensmittel erzeugt und die Landwirte sichern durch ihre Arbeit unsere wunderschöne und charakteristische Kulturlandschaft“, machte Oberbürgermeister Markus Lewe im Gespräch mit den Landwirten deutlich.

Die Münsteraner Landwirte begrüßen ausdrücklich das Ansinnen des Oberbürgermeisters, einen Landwirtschaftsbeauftragten in der städtischen Verwaltung zu etablieren. Der Landwirtschaftsbeauftragte könnte an der Schnittstelle zwischen der Landwirtschaft und den einzelnen Ämtern einen sehr konstruktiven Beitrag leisten. „Gerade in diesen Tagen brauchen wir einen Ansprechpartner, der sich dafür stark macht, die gesellschaftlichen, politischen und landwirtschaftlichen Ansprüche überein zu bringen und somit Münsters Zukunft effektiv zu gestalten“, verlieh Susanne Schulze Bockeloh diesem Wunsch des Berufsstandes Nachdruck.

In der wachsenden Stadt spielt das Thema Flächenverbrauch eine zentrale Rolle, denn beispielsweise für Wohnbebauung und Infrastrukturmaßnahmen werden allzu oft landwirtschaftliche Nutzflächen in Anspruch genommen, die dann dauerhaft für die Nahrungsmittelproduktion wegfallen. Pro Jahr gehen dadurch im Stadtgebiet 100 Hektar, umgerechnet 1.000.000 Quadratmeter, wertvoller landwirtschaftlicher Fläche verloren. „Es ist gut und wichtig, dass Münster wächst und städteplanerisch auf das anhaltende Bevölkerungswachstum reagiert wird. Gleichzeitig kann dies nur gelingen, wenn gemeinsam mit den Landwirten eine strategische Stadtplanung betrieben wird“, appellierte Susanne Schulze Bockeloh an Oberbürgermeister Markus Lewe.

Die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken soll auf Wunsch der Münsteraner Landwirte weiter vertieft werden. Hier habe die Landwirtschaft ein enormes Potenzial und gute Möglichkeiten, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Das Thema Nachhaltigkeit spielt für die Landwirte eine zentrale Rolle: „Wir ruhen uns nicht aus. Es gibt eine Vielzahl an Maßnahmen für den Artenschutz, die wir umsetzen möchten. Hier brauchen wir den Schulterschluss von Landwirtschaft, Gesellschaft, Politik und Umweltverbänden, um den Umweltschutz noch weiter zu befördern und unseren Betrieben gleichzeitig das Wirtschaften weiterhin zu ermöglichen“, sagte Susanne Schulze Bockeloh auch mit Blick auf die Fortentwicklung der Rieselfelder.

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