Artenschutz: Münsteraner Bauern machen auf 200.000 Quadratmetern Blühstreifen

18. Juli 2019

Blühendes Band bietet Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und Co. Nahrung und Schutz

Münster <WLV> Auf den Feldern in ganz Münster brummt und summt es: Wer in diesen Tagen an Feldwegen im Stadtgebiet einen kurzen Stopp einlegt, der sieht eine Vielzahl an Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und weiterer Insekten, die sich auf den Feldfrüchten tummeln und hier ihre Nahrung finden. Die Voraussetzung dafür haben die Münsteraner Landwirte schon im Frühjahr geschaffen, als sie auf einer Fläche von insgesamt fast 200.000 Quadratmetern oder einer Länge von 60 Kilometern (bei drei Meter Breite) bunte Blühmischungen auf ihren Feldern ausgebracht haben. Aus den 416 Kilogramm Saatkörnern sind bunte Pflanzen gewachsen – zum Beispiel Buchweizen, Phacelia, Lein, Koriander und Malve. Die Pflanzen bieten auch einen Lebensraum für Rebhuhn, Kiebitz, Fasan oder Feldhase. Entlang von Getreide und Mais verzichten die Landwirte mit diesem Einsatz für den Artenschutz freiwillig und unentgeltlich auf einen Teil ihrer Ernte.

Allein in Amelsbüren haben rund ein Dutzend Landwirte um Michael Woermann auf 6,5 Hektar (65.000 Quadratmeter) Blühflächen geschaffen. Schon im vergangenen Jahr waren sie für ihr Engagement im Rahmen des Wettbewerbs „Münster: Vielfalt machen“ als Zukunftsprojekt ausgezeichnet worden. „Für uns Bauern war es selbstverständlich, in diesem Jahr wieder aktiv zu sein für den Artenschutz. Daher haben wir das Preisgeld in die Blühmischung investiert und freuen uns nun über das blühende Resultat“, ist Michael Woermann begeistert, der teilweise auch die Aussaat auf den Feldern seiner Berufskollegen übernommen hat. „Die Nachfrage der Landwirte war enorm, wir hätten noch etliches mehr an Saatgut ausbringen können“, berichtet er weiter. Aus dem Ortsverband freuten sich auch Heinz-Georg Hartmann (Kreislandwirt), Elmar Schulze Heil (Ortsverbandsvorsitzender), Markus Schulze Finkenbrink und Nicolas Schulze Wilbrenning über das tolle Ergebnis.

„Die Blühstreifen machen die Bemühungen der Landwirte für den Artenschutz sichtbar. Bienen, Hummeln und Co. sind für uns Bauern unverzichtbar, daher haben wir sie ganz besonders im Fokus“, sagt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster, die das Projekt mitinitiiert hat. Das zur Verfügung gestellte Saatgut für die Blühstreifen wurde von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft speziell für die Bedürfnisse und Gegebenheiten der Region zusammengestellt. An den Feldflächen weisen Schilder auf die Blühstreifen und ihren Nutzen hin.

Eine Übersicht aller Blühstreifen finden Sie hier:
https://www.offensive-nachhaltigkeit.de/bluehstreifen-in-westfalen-lippe/

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