Susanne Schulze Bockeloh: „Landwirtschaftliche Fläche ist nicht vermehrbar!“

24. Juli 2019

Ausbau der B51: Landwirte in Münsters Osten haben Bedenken

Münster <WLV> Ein Straßenbauprojekt beschäftigt die Landwirte in Münsters Osten aktuell: Straßen.NRW plant für die kommenden Jahre die Erweiterung der Bundesstraße B51 zwischen Münster und Telgte auf einer Länge von rund sechs Kilometern. Der geplante Ausbau beginnt an der Einmündung der Umgehungsstraße auf die Warendorfer Straße, die Fahrbahn soll auf dem Abschnitt bis zur Kreuzung Münstertor/Telgte vierspurig werden.  

Rund 30 Landwirte aus Münster und Telgte, deren Höfe und Flächen entlang des betroffenen Straßenabschnitts liegen, kamen nun zu einem Austauschgespräch zusammen, um den geplanten Ausbau zu erörtern. „Wir begrüßen grundsätzlich Infrastrukturmaßnahmen, befürchten aber, dass durch den Ausbau wertvolle landwirtschaftliche Flächen im Übermaß für die Bewirtschaftung verloren gehen. Durch den Ausbau werden darüber hinaus Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen notwendig, die nicht nur die ortsansässigen Landwirte treffen dürfen“, machte Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, die Sorge der Münsteraner Landwirte deutlich.

Insgesamt sehen die Landwirte die Ausbauplanungen kritisch und fordern eine stärkere Berücksichtigung landwirtschaftlicher Belange. Problematisch sei etwa, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge die neue Kraftfahrtstraße voraussichtlich nicht nutzen dürften, obwohl sie dringend auf die Wegstrecke zwischen Münster und Telgte angewiesen seien. Heinrich Möllers, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins St. Mauritz/Handorf, macht Vorschläge für die weitere Planung: „Wir Landwirte sind bereit, uns frühzeitig in Planungsgespräche einzubringen, damit die Interessen der Bewirtschafter entlang des Streckenabschnitts deutlich werden. Für uns steht außer Frage, dass die Straße auch künftig für Landwirte nutzbar sein muss. Dies würde auch dazu beitragen, dass nicht noch zusätzliche Wegenetze geschaffen werden müssen, die den Flächenverbrauch unnötig in die Höhe treiben.“

Sofern Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen notwendig würden, gelte es, diese gemeinsam mit Landwirten zu erörtern und beispielsweise durch die Aufwertung bestehender Naturschutzflächen landwirtschaftliche Äcker zu schützen. Allein in den vergangenen zehn Jahren haben die Landwirte in Münster jährlich eine Fläche von 100 Hektar verloren. Das entspricht einer Größe von rund 140 Fußballfeldern. „Fläche ist nicht vermehrbar – was weg ist, ist weg und steht für die Produktion regionaler Lebensmittel dauerhaft nicht mehr zur Verfügung. Wenn diese Entwicklungen im Flächenverbrauch ungebremst weiter gehen, haben viele Höfe auf Dauer nicht mehr die Möglichkeit, sich zukunftsfähig und somit existenzfähig aufzustellen“, sagte Susanne Schulze Bockeloh.

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