Susanne Schulze Bockeloh: „Landwirte brauchen Planungssicherheit“

21. November 2019

Kreisverbandstag der Münsteraner Landwirte im „Dat Handorfer Huus“

Münster <WLV> Rund 150 Landwirtinnen und Landwirte aus Münster ließen im Rahmen des diesjährigen Kreisverbandstages im „Dat Handorfer Huus“ das vergangene Jahr Revue passieren. Bewegte Monate liegen hinter dem Berufsstand. Schon im Oktober und zuletzt in der vergangenen Woche in Hamburg gingen viele Landwirte deutschlandweit auf die Straßen, um für den Erhalt der regionalen Landwirtschaft zu kämpfen.

„Viele junge Landwirtinnen und Landwirte stehen in den Startlöchern, um auf landwirtschaftlichen Betrieben einzusteigen. Für teure Investitionen brauchen sie Planungssicherheit, um langfristig gute Zukunftsperspektiven zu haben. Stattdessen wird der Landwirtschaft in unverhältnismäßiger Weise immer mehr Ordnungsrecht aufgebürdet“, weiß Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster, aus täglichen Gesprächen mit den Berufskollegen. „Gleichzeitig ist uns wichtig, gesellschaftliche Anerkennung für unsere Arbeit zu bekommen, auch weil wir uns den Ansprüchen der Verbraucher bereits stellen und diesen betrieblich – etwa durch den Bau neuer Tierwohl-Ställe und das Anlegen von Blühstreifen – bereits nachkommen“, sagt Susanne Schulze Bockeloh.

Susanne Schulze Bockeloh ist erst vor wenigen Wochen von ihren Berufskollegen als Nachfolgerin für den im Februar 2020 ausscheidenden Präsidenten Johannes Röring nominiert worden. „Ich freue mich sehr über die Nominierung für dieses verantwortungsvolle Amt und möchte gerne ab dem kommenden Jahr auch als Präsidentin für die Belange der fast 40.000 Bauernfamilien in Westfalen-Lippe eintreten. In dem neuen Amt werde ich mich für die Interessen unseres Berufsstandes stark machen und meinen Berufskolleginnen und -kollegen Gehör in Politik und Gesellschaft verschaffen. Ich möchte für gute Zukunftsperspektiven arbeiten, damit unsere Landwirte Freude an ihrem Beruf haben und die nächsten Generationen mit Begeisterung Landwirtschaft leben“, macht die Münsteranerin ihr Anliegen deutlich.

Besonders mit Blick auf Umwelt- und Klimaschutz hat sich der landwirtschaftliche Berufsstand den Herausforderungen bereits gestellt und durch die Offensive Nachhaltigkeit (der zweite Bericht ist gerade erschienen) weitreichende Maßnahmen zum Umweltschutz angestoßen. Die Landwirte suchen dabei den Schulterschluss mit Politik, Gesellschaft und Naturschutzverbänden. Ein Fokus lag deshalb beim diesjährigen Kreisverbandstag auf dem Zusammenwirken von „Landwirtschaft und Klimaschutz“. Als Referenten griffen Dr. Josef Tumbrinck (Unterabteilungsleiter Naturschutz im Bundesumweltministerium) und Dr. Horst Gömann (Fachbereichsleiter für Landbau, Nachwachsende Rohstoffe und Wasserschutz bei der Landwirtschaftskammer NRW) das Thema auf.

„Eine klimaschonende Landbewirtschaftung wird zukünftig noch mehr an Bedeutung gewinnen. Es ist wichtig, dass in der Landwirtschaft Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden, die gleichzeitig zum Erhalt der natürlichen Ressourcen und der Biodiversität beitragen“, machte Dr. Josef Tumbrinck in seinem Vortrag deutlich.

Dr. Horst Gömann ging in seinem Referat vor allem auf die Auswirkungen von klimatischen Veränderungen auf die Landwirtschaft ein. „Auffällig war eine Häufung extremer Wetterlagen wie Kahl- und Spätfrost, Hitze- und Dürrephasen aber auch Stark- und Dauerregen sowie Stürme. Diese Wetterextreme stellen die landwirtschaftlichen Betriebe und Gartenbaubetriebe vor große Herausforderungen. Anpassungen an diese Veränderungen sind vielfältig und reichen von ackerbaulichen und gartenbaulichen Maßnahmen, über technische Lösungen bis hin zum betrieblichen Risikomanagement“, sagte Dr. Horst Gömann, der seit 2015 den Fachbereich Landbau, Nachwachsende Rohstoffe und Wasserschutz leitet und zuvor über 15 Jahre am Thünen-Institut zu diesen Themen geforscht hat.

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