Susanne Schulze Bockeloh: „Insekten sind für unsere Landwirtschaft unverzichtbar“

23. Juni 2020

Münsteraner Landwirte arbeiten eng mit Stiftung Westfälische Kulturlandschaft zusammen

Münster <WLV> Mit Blühstreifen, Insektenhotels, vielfältigen Fruchtfolgen, Untersaaten, unbewachsenen Erdhügeln oder Böschungen, Streuobstwiesen und vielem mehr engagieren sich die Münsteraner Bauernfamilien für den Artenschutz insgesamt und den Insektenschutz im Besonderen. Trotzdem wird die Landwirtschaft mitunter als Alleinverursacher für den Artenschwund verantwortlich gemacht. Vor dem am morgigen Mittwoch im Bundesumweltministerium stattfindenden Runden Tisch Insektenschutz macht der Landwirtschaftliche Kreisverband deutlich: Insbesondere Bienen sind für die Landwirtschaft unverzichtbar, sie bestäuben rund 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen. Deshalb besteht seitens des Berufsstandes ein großes Interesse am Schutz der Bienen und der Insekten insgesamt. Viele landwirtschaftliche Betriebe suchen zu diesem Zweck seit Jahren die Zusammenarbeit mit ortsansässigen Imkern. Denn erst die Bestäubung durch Bienen schafft die Voraussetzung für die Ernte zahlreicher Obst- und Gemüsesorten sowie für die Gewinnung von Ölen.

„Wir unternehmen erhebliche Anstrengungen, um den Insekten auf unseren Feldern und Höfen Nahrungsquelle und Heimat zu bieten“, sagt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster. Erst in der vergangenen Woche konnte Susanne Schulze Bockeloh mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze über das Programm des Bundesumweltministeriums zum Insektenschutz sprechen. „Mir ist enorm wichtig, dass wir alle Aspekte, die zum Insektenrückgang beitragen, in den Blick nehmen, denn hier kann jeder einzelne seinen Beitrag leisten. Das Thema Artenschwund und -schutz ist keinesfalls eines, was nur die Landwirtschaft betrifft. Es ist vielmehr ein gesamtgesellschaftliches Thema, für das die Landwirte ihrerseits wichtige Aufgaben und Verantwortung übernehmen“, so Schulze Bockeloh weiter.

Die Münsteraner Landwirtsfamilien ziehen beim Insekten- und Artenschutz an einem Strang, um ihrerseits dem dramatischen Insektensterben entgegen zu wirken. Seit Jahren pflegen sie zu diesem Zweck auch eine enge Zusammenarbeit mit der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, die gemeinsam mit Naturschutz und Landwirtschaft neue Wege zur Bewahrung und Entwicklung der Kulturlandschaft in Westfalen-Lippe geht. Die Möglichkeit der Biodiversitätsberatung der Kulturstiftung und der Landwirtschaftskammer wird von vielen Landwirten in Anspruch genommen. So können zahlreiche wichtige Maßnahmen vom Berufsstand umgesetzt werden.

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