Rund 450 deutsche und osteuropäische Arbeitskräfte auf Höfen in Münster

24. Juni 2020

Vermittlung von Erntehelfern auch durch Zusammenarbeit mit Arbeitsagentur Ahlen-Münster

Münster <WLV> Zu Beginn der Erntesaison fehlten infolge der Ausbreitung des Corona-Virus etwa 85 Prozent der Saisonarbeitskräfte auf den Sonderkulturbetrieben. Der Arbeitskräftemangel traf auch die Münsteraner Landwirte Burkhard Lütke Laxen und Stephan Bäcker aus Münster-Gelmer. Eine Kooperation mit der Arbeitsagentur Ahlen-Münster konnte kurzfristig Abhilfe schaffen, nachdem kurzerhand ein neuer Vermittlungsdienst eingerichtet wurde: Kurzarbeiter, Solo-Selbstständige, Studierende und Arbeitslose konnten sich mit einem Arbeitsgesuch an die Agentur wenden und wurden nach einer Vorauswahl an die Betriebe vermittelt, die Erntehelfer benötigen.

„Die Vermittlung durch die Arbeitsagentur ist sehr hilfreich, denn uns fehlte mitten in der Spargelernte zunächst eine erhebliche Zahl an Erntehelfern. Mehr als zehn Helfer wurden auf unseren Hof vermittelt und sind zum Teil weiterhin im Einsatz – vor allem bei Verpackung und Verkauf. Weitere kommen jetzt, um die Erdbeeren zu pflücken“, sagt Burkhard Lütke-Laxen, der während der Erntesaison regulär 240 Mitarbeiter beschäftigt. Neben seinen langjährigen osteuropäischen Arbeitskräften hat auch Stephan Bäcker vom gleichnamigen Spargel- und Erdbeerhof seit Wochen Unterstützung durch deutsche Arbeitskräfte: „Die Hilfe und der Zuspruch an Arbeitskräften waren und sind enorm, das hat mich sehr gefreut und zuversichtlich gestimmt. Nach dem Spargel läuft die Erdbeerernte nun noch einige Wochen weiter und unsere fleißigen Helfer sind weiter im Einsatz“, berichtet Stephan Bäcker, der normalerweise 150 Saisonarbeitskräfte beschäftigt.

„Zügig und unkompliziert konnten wir durch unseren Vermittlungsdienst Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammenbringen, in dem wir eine Vorauswahl im Hinblick zum Beispiel auf Belastbarkeit und Mobilität getroffen haben. So konnten wir einen Beitrag dazu leisten, um die für uns alle wichtige Landwirtschaft wirksam zu unterstützen. Dieses Modell hat bundesweit Anklang gefunden und wurde dementsprechend vielerorts in Deutschland umgesetzt“, freut sich Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster.

„Unser Berufsstand bedankt sich sehr herzlich für den tollen Zuspruch inmitten der Corona-Krise. Die Vermittlung deutscher Arbeitskräfte durch die Arbeitsagentur auf unsere Höfe sollte auch in Zukunft fortgeführt werden, sie ist ein tolles Beispiel für eine unkomplizierte und lösungsorientierte Zusammenarbeit. Weiterhin war die Entscheidung von Bundesinnen- und Bundeslandwirtschaftsministerium für uns eine große Erleichterung, weil dadurch auch die langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Osteuropa wieder als Erntehelfer einreisen durften“, weiß Susanne Schulze Bockeloh.

Marion von Chamier hat die betroffenen Betriebe in den vergangenen Wochen als Geschäftsführerin des Westfälisch-Lippischen Arbeitsgeberverbandes (WLAV) intensiv begleitet und beraten. „Insbesondere die Gemüse- und Obsternte ist stark von der Nachfrage der Kunden abhängig und saisonal begrenzt, so dass die Mitarbeiter befristet angestellt werden. In dieser Zeit erhalten sie einen Verdienst, der in der Regel aus Mindestlohn oder Akkordlohn besteht. Auf die veränderten Rahmenbedingungen haben sich die Betriebsleiter individuell versucht einzustellen. Mancher Betriebsleiter hat deshalb in diesem Jahr auf die volle Zahl der sonst üblichen Arbeitskräfte verzichtet, andere haben

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