Weizenernte angelaufen: Landwirte und Lohnunternehmer im Erntefieber

31. Juli 2020

Robustheit des Weizens lässt gute Qualität und durchschnittliche Erträge erwarten

Münster <WLV> Die Staubwolken über den Kornfeldern in Münster verkünden: Die Weizenernte ist angelaufen. Die Landwirte rücken in diesen Tagen mit schwerem Geschütz auf die Äcker aus, um das herangereifte Korn zu ernten, das sie bereits im Herbst des vergangenen Jahres ausgesät hatten. Wenn sich das Mähwerk über den noch wogenden Getreidefeldern senkt, dauert es je nach Wetterlage nur wenige Tage, bis das Korn auf die Höfe eingefahren und der Rest der Pflanze zu großen Strohballen weiterverarbeitet wurde.

Lohnunternehmer Albert Feldmann aus Amelsbüren ist derzeit im Süden der Stadt im Dauereinsatz: Im Auftrag von Landwirten kümmert er sich um die Ernte auf deren Äckern, seine Mähdrescher und Strohpressen sind in diesen Tagen stark gefragt. „Nach der Gerstenernte stecken wir nun mitten in der Weizenernte. Unsere Drescher und Pressen sind allesamt unterwegs. Der Weizen ist robust, aber es zeigen sich je nach Beschaffenheit der Böden auch Unterschiede in den Erträgen. Während der Weizen, der auf von sandigen Flächen herangereift ist, weniger ertragreich ist, verzeichnen wir auf den schweren Böden sehr gute Erträge“, sagt Albert Feldmann, der gerade auf dem Feld von Landwirt Thomas Schilling in Amelsbüren drescht.

„In kurzen Zeitfenstern werden heute große Erntemengen vom Feld zum Hof, zum Handel oder zum Verarbeiten gefahren“, weiß Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster. Die landwirtschaftlichen Fahrzeuge und Maschinen, die zur Ernte des Getreides eingesetzt werden, sind größer, aber auch besonders leistungsfähig. Auf diese Weise hat sich die Schlagkraft der Landwirtschaft deutlich verbessert. „Wir hoffen auf das Verständnis der Bürger, wenn durch große Maschinen in diesen Tagen der Verkehr hier und da ein wenig zähflüssiger läuft – die Landwirte müssen das gute Wetter nutzen, um das Getreide trocken einzufahren.“

Der nun geerntete Weizen wurde bereits im Herbst des Vorjahres ausgesät und ist in der Region die am häufigsten angebaute Getreideart. Er umfasst in Münster eine Fläche von fast 3.000 Hektar, also etwa ein Drittel der gesamten Ackerfläche. Für die Münsteraner Bauern ist der Weizen die wichtigste Getreideart.

Die in Münster landwirtschaftlich genutzte Fläche umfasst insgesamt 12.661 Hektar, wobei der Anteil an Ackerland 10.483 Hektar (rund 82 Prozent) beträgt. Das Getreide dient in erster Linie als Futtermittel für Schweine und Sauen, aber auch für das Milchvieh ist es als Kraftfutter unverzichtbar. Der auf den Feldern angebaute Mais wird im September geerntet.

Daten werden geladen …

powered by webEdition CMS