Zwei junge Gievenbecker Landwirte bauen ihre Höfe zur Direktvermarktung aus

11. August 2020

Hendrik Dieckmann und Alexander Kreuzheck bieten Köstlichkeiten direkt ab Hof

Münster <WLV> Regionalität nimmt als Einkaufskriterium eine immer wichtigere Bedeutung ein. Für manch einen Landwirt in Stadtnähe bietet das gesteigerte Interesse Potenzial zum Ausbau des Betriebes. Das haben auch Hendrik Dieckmann und Alexander Kreuzheck aus Gievenbeck erkannt. Die beiden Landwirte, deren Höfe sich in unmittelbarer Nachbarschaft befinden, haben ihre Betriebe in den vergangenen Monaten und Jahren verstärkt auf die Direktvermarktung ausgerichtet. Hendrik Dieckmann bietet an seiner Milchtankstelle seit 2017 frische Milch zum Selberzapfen, die seine 68 Kühe jeden Tag geben. Neben der Milch bietet er Eier, Marmelade, Honig, Brotbackmischungen und Kartoffeln sowie saisonabhängig eigenes Obst an. Alexander Kreuzheck hat bereits angefangen, einen Teil seiner Schweine und Rinder für die Direktvermarktung zu schlachten. Um das Fleisch der Tiere künftig selbst zu hochwertigen Produkten zu verarbeiten, absolviert er derzeit noch eine Ausbildung zum Fleischer.

„Das Interesse an unserer Landwirtschaft ist groß, und die Nachfrage nach den Produkten enorm. Deshalb habe ich bereits vor drei Jahren unsere Milchtankstelle aufgebaut. Viele Kunden kommen wegen der frischen Milch, und weil sie bei uns sehen können, wie die Tiere gehalten, gefüttert und gemolken werden“, weiß der 30-jährige Hendrik Dieckmann. Auch auf dem Hof Kreuzheck hat die Idee zur Direktvermarktung schon vor längerer Zeit Einzug gehalten. „Die Lage unseres Hofes an der Wohnbebauung ist prädestiniert für die Direktvermarktung. Schon in der Vergangenheit haben wir unser Fleisch regional verarbeiten lassen. Unsere Philosophie ist, diesen jungen Betriebszweig der Fleischdirektvermarktung zu etablieren, sodass die Wertschöpfungskette hier in Gievenbeck bleibt – das sieht und schmeckt man. Im Angebot haben wir derzeit diverse Grillartikel von unseren Schweinen und Weiderindern. Durch die Corona-Zeit und das milde Wetter haben die Bürger zuletzt den Grill dem Herd vorgezogen. Zum Herbst wird die Produktschiene etwas umgestellt, sodass die gewonnen Teilstücke beispielsweise zu Braten und Rinderrouladen verarbeitet werden“, so der 29-jährige Alexander Kreuzheck. Die Produkte vom Hof Kreuzheck werden an verschiedenen Standorten in Gievenbeck angeboten: Alle Produkte werden auf dem Hof Dieckmann und dem nahegelegenen Hof Krützkemper verkauft. Die Burger Patties werden außerdem in einem Imbissbetrieb im Ortskern von Gievenbeck angeboten.

„Ich finde es sehr bemerkenswert, wenn zwei junge Menschen in die Direktvermarktung einsteigen, den Mut für die Investition haben und ihre berufliche Zukunft in der Landwirtschaft sehen“, freut sich Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster. „Frische, Regionalität und Saisonalität sind wichtige Qualitätsmerkmale unserer Direktvermarkter in Münster, mit denen wir Landwirte dem Verbraucherwunsch Rechnung tragen“, weiß Susanne Schulze Bockeloh.

Insgesamt 36 Direktvermarkter – konventionell wie ökologisch wirtschaftend – gibt es im gesamten Stadtgebiet, die für eine bunte Produktvielfalt stehen. Neben Obst und Gemüse aus regionalem Anbau bieten die Produzenten würzige Kräuter, selbstgemachte Marmeladen, Obstsäfte, Nudeln und Eintöpfe, frisches Bauernbrot, hochwertiges Fleisch, Joghurt- und Milchprodukte, Milch zum Selberzapfen, Eier aus der Freilandhaltung und Honig von Imkern aus der Stadt an. Ergänzt wird das Angebot saisonal beispielsweise durch Blumenfelder, getrocknete Blumen zum Kochen und Dekorieren oder Kürbisse. Auch Exotisches ist dabei – etwa das marmorierte Fleisch von den ursprünglich aus Japan stammenden Wagyu-Rindern.

Alle Direktvermarkter aus Münster können Sie hier finden.

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