Erntedank-Gottesdienst im Dom: „Was nährt den Zusammenhalt?“

04. Oktober 2020

Münsteraner Landwirtinnen und Landwirte blicken auf ein bewegtes Jahr

Münster <WLV> Die Münsteraner Landwirte haben ihre Ernte nunmehr abgeschlossen und blicken auf ein bewegtes Jahr zurück. Mengenmäßig lag die Ernte unterhalb des langjährigen Durchschnitts und brachte gute Qualitäten, die allerdings nur zu mäßigen Erzeugerpreisen vermarktet werden können. Insgesamt ist die Stimmung in der Landwirtschaft weiterhin gedämpft. Die Folgen der Corona-Pandemie haben sich auch auf die Landwirtschaft massiv ausgewirkt. So waren etwa die Betriebe mit Schweinehaltung durch den Preisverfall als Folge der Schließung von Schlachthöfen betroffen, die Sonderkulturbetriebe litten insbesondere durch das Ausbleiben von Saison-Arbeitskräften und den Milchviehbetrieben setzen die anhaltend niedrigen Preise und die Futterknappheit aufgrund der Dürre zu. Zudem ist weiterhin unklar, wie der gesellschaftlich gewünschte Umbau der heimischen Landwirtschaft mit höheren Standards in den Bereichen Tierwohl, Umwelt- und Naturschutz erfolgen soll, ohne dass die landwirtschaftlichen Betriebe ihre Zukunftsperspektive verlieren.

„Zweifelsohne hat dieses Jahr unseren Berufsstand umgetrieben. Umso dankbarer sind wir, dass wir in Münster am Ende insgesamt eine zufriedenstellende Ernte einfahren konnten. Gerade in Zeiten der Pandemie zeigt sich, dass wir die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Produkten von unseren Bauernhöfen sicherstellen können", sagt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster, mit Blick auf den Erntedank.

Das diesjährige Erntedankfest wurde unter dem Motto „Was nährt den Zusammenhalt" gemeinsam mit der Katholischen Landvolkbewegung im Münsterschen Dom abgehalten. Den diesjährigen Ernteschmuck hatten die Landfrauen aus Münster-Gelmer zum Gottesdienst im Dom errichtet. Bischof Dr. Felix Genn zelebrierte den Gottesdienst und machte deutlich, dass die Natur nicht unerschöpflich sei. Dies sei auch in diesem Jahr wieder vor Augen geführt worden. Ein Fest der Danksagung beinhalte daher auch immer die Bitte und die Hoffnung für die Zukunft. WLV-Präsident Hubertus Beringmeier nahm als Gast am Gottesdienst und dem anschließenden Empfang teil. „Wir stellen uns den Herausforderungen, die auf unseren Berufsstand zukommen. Krisenzeiten sind auch Zeiten der Neuausrichtung. Das wird aber nur funktionieren, wenn wir als Berufsstand und auch gesamtgesellschaftlich zusammenhalten", sagte Hubertus Beringmeier vor etwa 50 geladenen Gästen beim Empfang im Kreuzgang des Doms.

Daten werden geladen …

powered by webEdition CMS