Susanne Schulze Bockeloh: „Insektenschutz ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe“

09. November 2020

Appell des Berufsstandes: Insektenschutz durch kooperative Ansätze vorantreiben

Münster <WLV> Bereits im vergangenen Jahr wurde von der Bundesregierung der Aufschlag für ein Insektenschutzgesetz gemacht. Weitere Beratungen zum zugehörigen Aktionsprogramm sowie dem Gesetzentwurf werden auf der politischen Ebene in diesen Tagen erwartet. Der Landwirtschaftliche Kreisverband Münster befürchtet, dass der Gesetzentwurf dem Vorhaben Insektenschutz eher entgegensteht, solange die Maßnahmen vor allem auf Restriktionen und Verbote bauen.

Mit Blühstreifen, Insektenhotels, vielfältigen Fruchtfolgen, Untersaaten, unbewachsenen Erdhügeln oder Böschungen, Streuobstwiesen und vielem mehr engagieren sich die Münsteraner Bauernfamilien für den Artenschutz insgesamt und den Insektenschutz im Besonderen. Trotzdem wird die Landwirtschaft mitunter als Alleinverursacher für den Artenschwund verantwortlich gemacht. „Wir unternehmen erhebliche Anstrengungen, um den Insekten auf unseren Feldern und Höfen Nahrungsquelle und Heimat zu bieten", sagt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster. „Mir ist enorm wichtig, dass wir alle Aspekte, die zum Insektenrückgang beitragen, in den Blick nehmen, denn hier kann jeder einzelne seinen Beitrag leisten. Das Thema Artenschwund und -schutz ist keinesfalls eines, was nur die Landwirtschaft betrifft. Es ist vielmehr ein gesamtgesellschaftliches Thema, für das die Landwirte ihrerseits wichtige Aufgaben und Verantwortung übernehmen", so Schulze Bockeloh weiter.

Mit Blick auf die politischen Mandatsträger aus Münster appellierte die Kreisverbandsvorsitzende: „Kooperation und gegenseitiges Vertrauen sind die besten Voraussetzungen, um Maßnahmen für den Insektenschutz gemeinsam umzusetzen. Wenn der beabsichtigte Gesetzentwurf zum Insektenschutz eins zu eins angenommen wird, werden Verbote und das generelle Unterschutzstellen von Flächen nur das Gegenteil erreichen", fürchtet Susanne Schulze Bockeloh. Sie lädt deshalb die Landtags- und Bundestagsabgeordneten ein, jetzt über konkrete Maßnahmen und gemeinsame Projekte ins Gespräch zu kommen.

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