Susanne Schulze Bockeloh: „Brauchen bundesweit gut durchdachte Lösungsansätze“

12. November 2020

Landwirte und Jäger machen sich für koordiniertes Vorgehen gegen ASP stark

Münster <WLV> Seit einigen Monaten treten vermehrt Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Brandenburg und zuletzt auch in Sachsen auf. Die ASP, die für Menschen völlig unbedenklich ist, ist bislang nur in Wildschweinebeständen aufgetreten. Der Nachweis der ASP auf deutschem Boden trifft die Schweinehalter in Münster – trotz der Entfernung – dennoch schon heute. Der Schutz der landwirtschaftlichen Betriebe durch Zäune und Hygienemaßnahmen ist eine präventive Maßnahme, die die Landwirte bereits umsetzen. Eine sachgemäße Bejagung des Schwarzwildes – durch revierübergreifende Jagden und Drückjagden – kann die weitere Ausbreitung der Seuche zusätzlich verhindern. Der Landwirtschaftliche Kreisverband Münster wirbt deshalb gemeinsam mit dem Landesverband der Berufsjäger Nordrhein-Westfalen und der Kreisjägerschaft Münster für ein koordiniertes Vorgehen gegen die Afrikanische Schweinepest.

„Wir Landwirte sind in diesen Tagen besonders besorgt um unsere Tiere, wir tun was wir können, um unsere Hausschweine zu schützen und ein Übergreifen des Virus auf die Ställe zu verhindern. Es liegt im besonderen Interesse des landwirtschaftlichen Berufsstandes, alle Präventionsmaßnahmen zu ergreifen, um die weitere Ausbreitung zu verhindern und die wirtschaftlichen Folgen möglichst gering zu halten", sagt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster. „In NRW sind wir auf einen möglichen Ausbruch gut vorbereitet. Es ist aber unverzichtbar, dass Drückjagden stattfinden, um den Wildschweinbestand zum Schutz unserer Tiere zu regulieren", so Schulze Bockeloh.

Peter Markett, Vorsitzender des Landesverbandes der Berufsjäger NRW, macht mit Blick auf die Ausbreitung der ASP deutlich: „Die beste Seuchenprophylaxe sind dem Lebensraum und der Seuchensituation angepasste Schwarzwildbestände mit einer guten Sozialstruktur. Dieses Ziel erreicht man am besten durch eine gut geplante und koordinierte revierübergreifende Bewegungsjagd mit entsprechender Freigabe. Nur durch den massiven Abschuss in der Frischlingsklasse wird es gelingen, den Bestand auf ein angepasstes Niveau zu bringen und auch nachhaltig zu halten. Ziel muss es sein, dass möglichst viele weilbliche Frischlinge erst gar nicht in die reproduzierende Altersklasse hineinwachsen sondern bereits vorher dem Bestand entnommen werden." Er betont: „Zusätzlich ist die Jägerschaft bei der ganzjährigen Bejagung des Schwarzwildes auf die wohlwollenden Unterstützung der Landwirte angewiesen, wie zum Beispiel bei der Anlage von Bejagungsschneisen in hochwachsenden Kulturen. Die Reduktion des Schwarzwildes kann nur gemeinsam und in enger Abstimmung gelingen."

Philip Schulze Buschhoff, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Münster, unterstreicht in diesem Zusammenhang: „Wir Jägerinnen und Jäger stehen auch in diesen schweren Zeiten fest an der Seite unserer natürlichen Partner, den Grundeigentümern, Land- und Forstwirten. Jagd ist auch in Corona-Zeiten unverzichtbar und systemrelevant. Das sehen Bund und Länder ebenso. Deshalb haben sie auch im zweiten Corona-Lockdown Ausnahmen zugelassen, damit wir Wildschweine jagen können, natürlich unter Beachtung der allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln. Gerade jetzt im Herbst müssen wir viele Wildschweine erlegen, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen."

Bereits seit mehreren Jahren bereiten sich die Landwirte auf einen möglichen Seuchenfall vor. Deshalb sind Betriebe mit Schweinehaltung durch Zäune geschützt, um den Zulauf von Wildschweinen zu verhindern. „Oberste Prämisse hat für uns das Hygienemanagement im Stall und auf dem Hof. Die Einhaltung der Stallhygiene und ein besonderes Augenmerk auf unsere Tiere stehen daher absolut im Mittelpunkt unserer Arbeit. Die Arbeit der Jäger ist für uns zusätzlich eine große Unterstützung bei der Bekämpfung der ASP", versichert Schweinehalter Elmar Schulze Heil aus Amelsbüren, der in Hofnähe immer wieder das Vorkommen von Wildschweinbeständen beobachtet.

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