Natur als Ausflugsziel: Flächen sind Lebensraum für Wildtiere und dienen Lebens- und Futtermittelproduktion

09. März 2021

Landwirtschaft und Naturschutz werben für umsichtiges Betreten von Flächen

Münster <WLV> Viele Münsteranerinnen und Münsteraner nutzen besonders die ersten Frühjahrswochen in der freien Natur. Die von den Landwirtsfamilien gestalteten Kulturlandschaften mit stadtnahen Grünflächen bieten dafür ideale Ausflugsziele und sind inmitten der Corona-Krise noch stärker frequentiert als ohnehin schon. „Wir Landwirtsfamilien können das Verlangen, die Natur zu genießen und hier Erholung zu suchen, sehr gut nachvollziehen – rund um den Lockdown umso mehr", sagt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster. Oftmals beruhe es auf Unwissenheit, wenn das Picknick oder der Spaziergang mit Hund mitten in den Feldern oder auf Wiesen stattfindet, auf denen Nahrungs- und Futtermittel angebaut werden und die Wildtieren ein Zuhause bieten.

„Wir möchten dafür sensibilisieren, Flächen in der Natur mit Bedacht zu betreten, denn hier wachsen in diesen Tagen wertvolle Lebensmittel sowie Futtermittel für unsere Tiere heran, die wir mit Gras und Getreide füttern. Grillen und Picknicken im Feld zerstört die Saat des Getreides und der Kulturen, die wir im weiteren Jahresverlauf ernten wollen", sagt Landwirt Alfons Averweg aus Münster-Albachten, der auf den Flächen rund um seinen Hof einen verstärkten Andrang durch Freizeitaktivitäten feststellt. „Mit unseren Uferrandstreifen unternehmen wir gezielte Maßnahmen zum Schutz der Umwelt. Ich glaube nicht an böse Absicht, sondern vielmehr, dass es Unwissenheit ist, wenn diese Flächen durch zahlreiches Betreten zerstört werden", so der Albachtener.

Jetzt beginnt die Zeit, in der sich die Junghasen auf den Feldern tummeln, Vogeleltern kümmern sich um ihre Gelege und ab Mai starten auch die Rehkitze ihre erste Erkundungstour durch Wald und Feld. „Abseits von Waldwegen, auf Wiesen und Brachflächen kann es schnell passieren, dass Tiere nachhaltig gestört werden. Es besteht die Gefahr, dass Bodenbrüter wie Rebhühner, Fasane oder Kiebitze aufgescheucht werden, wenn beispielsweise Hunde über die Äcker laufen", weiß Aline Förster von der NABU Naturschutzstation Münsterland, die sich vor Ort für den Kiebitzschutz stark macht. Werden brütende Vögel, etwa durch freilaufende Hunde aufgescheucht, besteht die Gefahr, dass die Eier im Gelege auskühlen oder von anderen Tieren zerstört werden.

Die Landwirtsfamilien aus Münster empfehlen, auf Feldwegen zu bleiben und bei Unsicherheit gerne auch den nächsten Landwirt – mit dem gebotenen Abstand – anzusprechen. Gemeinsam mit der NABU Naturschutzstation Münsterland bittet der Landwirtschaftliche Kreisverband die Münsteranerinnen und Münsteraner darum, bei Freizeitaktivitäten Rücksicht auf die Belange der Tiere zu nehmen, die jetzt brüten oder ihre Jungen aufziehen.

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