Für mehr Flexibilität bei Trockenheit – Bauern wollen mehr Ackerflächen

03. September 2020

Landwirtschaftlicher Kreisverband setzt Politikergespräche fort

Im Bild von links: Fred Hansen, Dr. Gregor Kaiser Christoph Gerlach,  Matthias Koch, Michael Richard, Zaklina Marjanovic, Bernd Eichert und Christa Orth-Sauer.

Olpe/Lennestadt/Kreis Olpe. Zwei Punkte stehen bei den Landwirten im Mittelgebirge derzeit im Mittelpunkt um flexibler auf die Trockenheit reagieren zu können: Sie fordern, an geeigneten Stellen Grünland in Acker umwandeln zu dürfen, um pflanzliche Produkte wie Kartoffeln anbauen zu können. Auch Kleegras, Mais oder Grünroggen als hochwertiges Grundfutter für ihre Tiere könnten dort wachsen und die Futterknappheit verringern. Zerstörte Waldflächen ohne Ausgleichsmaßnahmen in Grünland umzuwandeln wäre eine Hilfe, um von den Flächen einen Ertrag zu haben.

 

Thematisiert wurde dies bei einer kleinen Rundreise des Kreisverbandsvorsitzenden Michael Richard mit den drei Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die Kommunalwahl im Kreis Olpe, Dr. Gregor Kaiser, Matthias Koch und Fred Hansen. Sie besuchten den Milchbauernhof mit Direktvermarktung der Familie Gerlach in Olpe und anschließend in Lennestadt-Hachen den Nebenerwerbsbetrieb der Familie Köhler. Damit setzen die Vertreter des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Olpe ihre Reihe von Hintergrundgesprächen mit Politikern vor der Kommunalwahl fort.

 

Bei dem Besuch der beiden Bauernhöfe im Kreis Olpe wurde klar: Vor allem die flächengebundene Tierhaltung im südlichen Westfalen entspricht am meisten dem gesamtgesellschaftlich gewünschten Bild von Landwirtschaft, darüber hinaus machen die meist mehreren Standbeine die Bauernhöfe krisenfester. So hat Familie Gerlach neben der Milchkuhherde eine stabile Direktvermarktung mit eigenem Hofladen aufgebaut. Am Stadtrand von Olpe ist Einkaufen auf dem Bauernhof auf Hof Siele zu einem wichtigen Betriebszweig geworden. Auch Familie Köhler setzte auf Vielfalt: Neben einer Mutterkuhherde hält sie seit einem Jahr Hühner – Biohaltung mit Hühnermobil.

 

Kreisverbandsvorsitzender Michael Richard machte den Politikern klar: Artenschutz und die Pflege von Vielfalt sind als Themen ganz vorn in der Landwirtschaft angekommen. Bauernfamilien zeigten durch ihre Wirtschaftsweise täglich, dass Tierwohl und praktizierter Umweltschutz als Themen ganz nach vorn gerückt sind. Richard: „Das war vor Jahren durchaus nicht so, Landwirtschaft verändert sich immer, so wie die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen das auch tun.“ Aber, mahnt der Vorsitzende: Was sich derzeit in der rasend schnell wechselnden Gesetzgebung abspiele, stelle die Familienbetriebe im Sauerland vor schier unlösbar scheinende Probleme. Sei es die neue Tierschutznutztierhaltungsverordnung, die Bedingungen von vor zwei Jahren über den Haufen werfe oder unsinnig erscheinende Dokumentationspflichten in der neuen Düngeverordnung. Richard:  „Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, um längerfristig planen zu können. Gerade in der Politik hier vor Ort wünschen wir uns gemeinsam Ansätze von Kreis und Kommunen mit der Landwirtschaft. So muss zum Beispiel der unnötige Flächenverbrauch vermieden werden, die Digitalisierung auf dem Lande muss vorangetrieben werden und wir wünschen uns eine bessere Zusammenarbeit mit den Wasserversorgern in Wasserkooperationen.“

 

Zum Schluss spricht Michael Richard noch die größte Umweltkatastrophe an, die sich in Südwestfalen je ereignet hat: Das massenhafte Absterben des Waldes. Richard: „Der Wiederaufbau unserer Wälder muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe angepackt werden, damit dürfen die Waldbesitzer nicht allein gelassen werden.“

 

 

 

Teilnehmer:

Dr. Gregor Kaiser, Bürgermeisterkandidat Lennestadt

Matthias Koch, Bürgermeisterkandidat Stadt Olpe

Fred Hansen, Landratskandidat Kreis Olpe

 

Christoph und Katharina Gerlach

Josef und Elke Gisela Köhler

 

Michael Richard, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Olpe

Bernd Eichert, Stellvertreter

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