Landwirtschaft im Klimawandel

25. März 2022

"Boden ist unser wertvollstes Kapital" - Pressekonferenz zum Kreisverbandstag

Landwirtschaft im Klimawandel
Boden ist unser wertvollstes Kapital – Wie Landwirtschaft im Kreis Olpe vom Klimawandel betroffen ist, und wie sie reagiert
Grevenbrück / Kreis Olpe. „Eine Welt, ein Klima, eine letzte Chance – Gefahren und Möglichkeiten für die Landwirtschaft im Jahrzehnt der Entscheidung" lautet der Titel des Vortrages von Klimatologe Dr. Udo Engelhardt, der in diesem Jahr Hauptredner beim Kreisverbandstag des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Olpe ist. Dieser findet statt am Sonntag, 10. April, ab 11 Uhr in der Schützenhalle Dünschede, Heggener Str. 11, 57439 Attendorn-Dünschede.
Auf dem Bauernhof der Familie Becker-Borggräfe in Lennestadt-Grevenbrück stellte der Landwirtschaftliche Kreisverband im Vorfeld des Kreisverbandstages verschiedene konkrete Möglichkeiten vor, mit der auf Extremwetterereignisse reagiert werden kann. So soll heftigen Bodenerosionen vorgebeugt werden, aber auch die wasserschonende Bodenbearbeitung wird bedeutender. Hintergrund: Landwirtschaft ist stark vom Klimawandel betroffen, sucht aber immer weiter nach Lösungen. Es gibt schon gute Erfolge, aber auch noch zahlreiche „Baustellen".
Starkregen und Dürreereignisse – Grünlandumbruchverbot lockern
Michael Richard, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Olpe: „Landwirtschaft im Klimawandel – ein riesiges Thema. Auch im Kreis Olpe zeigen sich bereits Auswirkungen der Klimaveränderungen. Starkregen- und Dürre-Ereignisse kommen deutlich häufiger vor. Nach drei sehr trockenen Sommern suchen die Bauern nach Möglichkeiten, zusätzlich zum überwiegend vorhandenen Grünland weiteres Futter für ihr Vieh anzubauen – angesichts der durch die Versiegelung der Landwirtschaftlichen Flächen erheblich zurückgegangenen Anbauflächen ist es eine Forderung der heimischen Landwirte, stellenweise ehemalige Waldflächen als Acker nutzen zu dürfen. Starkregen hat andererseits auch schon zu heftigen Bodenerosionen vor allem auf im Frühjahr erst spät den Boden bedeckenden Maisflächen geführt. Deshalb wird ausprobiert, mit sogenannten „Untersaaten" der Erde frühzeitig im Jahr Festigkeit und Bedeckung zu geben. Auch haben einige Berufskollegen während der trockenheitsbedingten Futterknappheit gute Erfahrungen mit Leguminosen und Kleegras gemacht. Wir wünschen uns daher, dass wir hier im grünlandreichen Sauerland auch mal kleine Flächen für Ackerbau umbrechen dürften."
Die richtige Maßnahme für den richtigen Ort finden
Stefan Becker-Borggräfe, Lohnunternehmer und Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Lennestadt: „Untersaaten verursachen allerdings auch Ertragseinbußen. Man muss abwägen, zu welchen Maßnahmen man greift. Zudem erfordert der Verzicht auf Herbizide ein häufigeres Überfahren der Fläche, das ist natürlich teurer. Eine klimaschonende Bewirtschaftung beinhaltet auch, dass man den Boden nicht zu fein eggt, dann verliert er mehr Flüssigkeit, Man muss für jede Stelle genau die richtige Maßnahme finden."
Boden ist unser wertvollstes Kapital
Martin Hoppe, Pflanzenbauberater der Landwirtschaftskammer NRW: „Boden ist unser wertvollstes Kapital! Um ihn vor Verlusten durch Erosion zu schützen, sollte dieser möglichst immer bewachsen sein. Im Ackerbau sind insbesondere die Fruchtfolgen zu diversifizieren, die Bodenbearbeitung zu reduzieren, die Bodenchemie ins Gleichgewicht zu bringen und schädliche Bodenverdichtungen zu vermeiden. Gleichzeitig ist der Aufbau und die Erhaltung von Bodenhumus ein zentraler Baustein um die Böden resistenter gegen Extremwetterereignisse zu machen."
Wasserkooperation geht voran
Hoppe berichtet auch über die Wasserkooperation im Kreis Olpe: „Die Wasserkooperation geht immer schon voran, neue Techniken einzusetzen. Dies wird ja auch durch den Wasserpfennig, eine Abgabe auf den Trinkwasserverbrauch, gefördert. Über die Landwirtschaftskammer beraten wir intensiv und auch investive Förderung spielt eine Rolle. Der N-schonende Wirtschaftsdüngereinsatz ist mit der wichtigste Baustein für die Reduzierung von Treibhausgasen in der Futterbauregion. Hier beraten sowohl die Wasserkooperation als auch die Landwirtschaftskammer."
Berufsverbände nehmen Klimawandel sehr ernst
Georg Jung, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes: WLV und DBV nehmen das Thema Klimawandel sehr ernst, dessen Bedeutung wird auch in den Verbänden nach vorn gestellt. Eine weitere wichtige Aufgabe des Ackerbaus im Klimawandel ist der Humusaufbau, da Humus gespeichertes CO2 ist. Zu diesem Thema beteiligt sich der DBV am sogenannten „Humusprojekt".
Um den Mitgliedern im Kreis Olpe die Gelegenheit zu geben, ihr Wissen zum Klimawandel zu vertiefen, hat Vorsitzender Michael Richard dieses Thema auch für den Kreisverbandstag gewählt. Wir richten die Einladung aber auch ausdrücklich an alle Interessierten im ländlichen Raum.
Anmeldung zwingend erforderlich unter info-ferndorf@wlv.de

 

Teilnehmer des Termins:
Michael Richard, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Olpe
Stefan Becker-Borggräfe, Landwirt und Lohnunternehmer und Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Lennestadt
Martin Hoppe, Berater bei der Landwirtschaftskammer für allgemeinen Pflanzenbau in HSK/OE/SI-WI  Fachberater für Grünland/Feldfutterbau in NRW  Versuchsleiter der Grünlandversuchsstation Remblinghausen
Georg Jung, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes

 

Einladung Kreisverbandstag ( Dateigröße: 68 KB)

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