Herbstarbeiten im vollen Gange

15. Oktober 2014

Kartoffelmarkt total zusammen gebrochen

Paderborn /WLV (Re): Derzeit geht es auf den Äckern im Kreis Paderborn betriebsam zu. Die Feldarbeiten sind in der letzten Phase. „Der Mais wird derzeit geerntet“, so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn Hubertus Beringmeier. Wintergerste sei bereits ausgesät und sprieße schon für die Ernte des nächsten Jahres. Derzeit kämen Roggen, Triticale (Kreuzung aus Roggen und Weizen) sowie Winterweizen in den Boden.

„Die Bauern sind mit der Herbstaussaat zum Teil gut voran gekommen“, berichtet Beringmeier. Doch seien die Aussaat-Bedingungen durch die Niederschläge teilweise schwierig, vor allem in den Höhenlagen wie Büren, Fürstenberg und Lichtenau. „Auch kleinste Regenmengen können die Saatarbeiten unterbrechen, „da im Boden noch ein hohes Maß an Feuchtigkeit vorhanden und so die Bearbeitbarkeit nicht mehr gegeben ist“, erklärt Beringmeier.

Der Raps, der als Erstes von den Wintersaaten schon Ende August ausgesät wurde, hat sich gut entwickelt. Auch die Zwischenfrüchte konnten die Bauern gut einbringen. Sie sind jetzt teilweise blühend zu erkennen wie der gelbblühende Senf oder der weißblühende Ölrettich. Ebenso ist die Wintergerste gut aufgelaufen. „Durch die feuchte und warme Witterung geht das in diesem Jahr sogar sensationell schnell von statten“, schildert der Vorsitzende. „Von der Keimung bis zum Erkennen des Blattes über der Erde vergehen teilweise nur sechs bis acht Tage.“ Das seien nur die Hälfte der Keimtage wie in anderen kühleren Jahren. Normalerweise rechne man mit 10 bis 14 Tagen. Ein Problem beim auflaufenden Getreide stelle allerdings der Schneckenfraß dar. Die Schnecken konnten sich aufgrund des feuchten, warmen Wetter in diesem Jahr gut vermehren. „Der Schneckendruck ist ausgesprochen hoch“, bekräftig Beringmeier. Sie richten Schäden an den jungen Getreidepflanzen an. Des Weiteren bereiten Feldmäuse im Raps- und Getreidebau den Landwirten erhebliche Sorgen.

Parallel zur neuen Aussaat sind die Bauern mit dem Einbringen der herbstlichen Früchte beschäftigt. Die Kartoffelernte neigt sich dem Ende entgegen. „Die Erträge sind sehr gut, doch der Kartoffelmarkt ist total zusammen gebrochen“, fasst der Vorsitzende die Lage zusammen. Aufgrund des hohen Angebots, der Russlandkrise und des Absatzmarktdefizits seien die Preise so extrem gering, dass die Landwirte ihre Knollen nicht kostendeckend ernten könnten.

„Die Silomaisernte hat in den Niederungsgebieten wie in Delbrück und Hövelhof den Höhepunkt überschritten, in den Höhenlagen ist dagegen erst ein Drittel erledigt“, so der Vorsitzende. Die Erträge seien auf den sandigen Standorten gut, auf den schweren Böden gäbe es allerdings Flächen mit schlechten Erträgen aufgrund der hohen Niederschläge im Sommer. Die Corn-Cob-Mix (CCM)-Ernte, zu deutsch Korn-Spindel-Gemisch, ist im Gange und die Körnermaisernte beginnt. Auch bei den Zuckerrüben sind die Landwirte mitten in der Ernte. Die Erträge sind gut, die Zuckergehalte liegen unter dem langjährigen Durchschnitt.

„Wir Bauern wünschen uns für die herbstlichen Arbeiten trockenes Wetter“, so Beringmeier. Zudem bittet der Berufsstand um Rücksicht: „Maishächsler, Roder und die Transportfahrzeuge können den Verkehr auf den Straßen behindern“, so der Vorsitzende. Leider könnten die Landwirte nicht immer vermeiden, dass Erde vom Acker auf die Straßen komme und sie dadurch verschmutzt würden. Beringmeier: „Wir bedanken uns deshalb bei den Verkehrsteilnehmern für ihr Verständnis.“

 

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