Zwischenfrüchte: Jetzt gelbe und weiße Felder

07. November 2014

Paderborn/wlv (Re) Wer über Land fährt, sieht jetzt gelbe- oder weißblühende Felder. Bei diesen leuchtenden „Bienenweiden“ handelt es sich um Senf (gelb) oder Ölrettich (weiß). Beide zählen zu den sogenannten Zwischenfrüchten. „Der Anbau dieser Ackerfrüchte hat einen Mehrfachnutzen“, erläutert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn Hubertus Beringmeier. Denn sie erfüllten viele wichtige Aufgaben für den Boden und die Umwelt.

 

Die Zwischenfrüchte wie Senf, Ölrettich, Phacelia, aber auch Gras und Grünroggen werden entweder als Futter für die Nutztiere oder für den Boden genutzt. „Sie sind eine Zwischenmahlzeit und Wohltat für den Boden“, erklärt der Vorsitzende. Winterharte Zwischenfrüchte wie Ackergras und Grünroggen werden auch als zusätzliches Futter oder für die Energiegewinnung in Biogasanlagen genutzt. Aber nicht nur das: Auch für wildlebende Tiere sind Zwischenfrüchte ein Gewinn. Senf, Ölrettich oder Phacelia (lila blühend) verlängern das Nahrungsfenster der Insekten und bieten Deckung für größere Wildtiere.

 

„Die Zwischenfrüchte sind im August gesät worden“, berichtet Beringmeier. „Sie bereiten, Kartoffeln, Mais oder Zuckerrüben, die erst im kommenden Frühjahr in die Erde kommen, eine gute Vorfrucht.“ Darüber hinaus überziehen Sie den Ackerboden mit einem wirkungsvollen „Grünteppich“. Dieser schützt Ackerflächen vor Austrocknung, Erosion und Unkrautentwicklung besonders gut. Außerdem nimmt der Pflanzenbestand den noch vorhandenen Stickstoff im Boden für das eigene Wachstum auf und verhindert so die Nährstoff-Auswaschung ins Grundwasser über Winter. „Zusätzlich wird durch die Wurzelbildung der Pflanzen die Ackerkrume aufgelockert“, betont der Vorsitzende.

 

Futter für Regenwürmer

 

Die nicht winterharten Zwischenfrüchte frieren in den Wintermonaten ab, versorgen so den Boden mit reichlich Futter für Regenwürmer und Mikroorganismen, die die organische Substanz dann in Humus umwandeln. Sie tragen somit zur Anreicherung des wertvollen Humusbodens bei. Andere Gründüngungspflanzen wie Ackergras und Grünroggen werden abgemäht und als Futter für die Rinderfütterung oder für Biogasanlagen verwendet. „Selbst bei Nutzung des Aufwuchses bleibt eine humusmehrende Wirkung durch die Wurzelbildung und somit ein lebendiges Bodenleben mit vielen Organismen“, unterstreicht der Vorsitzende.

 

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