Leuchtende Felder Gelb, gesund und ganz schön vielseitig: Alleskönner Raps

29. April 2015

Paderborn /WLV (Re): Zwischen frischem Maigrün leuchten sie wieder, die gelben Rapsfelder. Mit ihrem strahlenden sonnen-gelb setzen sie in den kommenden Wochen wieder schöne, auffällige Farbakzente in die Landschaft. „Je nach Witterung können wir uns zwischen zwei und vier Wochen lang über die gelbe Pracht freuen“, erklärt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn Hubertus Beringmeier.

Die Blüte hat zum normalen Zeitpunkt begonnen, „aber im Vergleich zum Vorjahr etwa zwei Wochen später“, stellt der Vorsitzende fest. Der Raps habe im letzten Jahr aufgrund eines sehr milden Winters und Frühjahrs sehr früh geblüht. Doch in diesem Jahr präsentiere sich die gesamte Pflanzenwelt wieder im normalen Bereich.

Der Raps ist nicht nur Genuss für die Augen: Er bietet den Bienen einen reich gedeckten Tisch sowie Gutes und Gesundes für den Gaumen von Mensch und Tier. Das Rapsspeiseöl ist nach wie vor die Nummer eins unter den Speiseölen in Deutschlands Haushalten. Noch vor 15 Jahren war das Speiseöl in heimischen Küchen kaum bekannt. 2010 hat es erstmals Platz eins bei der Verwendung von Speiseöl erobert (noch vor Sonnenblumen- und Olivenöl) und diesen Spitzenplatz seit dem stetig ausgebaut. In raffinierter Form kennt es so gut wie jeder, aber auch als schonend gewonnenes natives, kaltgepresstes Öl wird es immer beliebter, teilt der Landwirtschaftliche Kreisverband mit. Überzeugend sind bei seinem Siegeszug in die Küchen vor allem die „inneren Werte“: Rapsspeiseöl hat eine sehr gesunde Fettsäuren-Zusammensetzung. Es enthält zu rund 60 Prozent einfach ungesättigte Ölsäure und zu knapp 30 Prozent mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind lebensnotwendig, denn der menschliche Körper kann sie nicht selbst erzeugen, so der Bauernverband. Deshalb sei Rapsöl auch gesund für eine herz-kreislaufgesunde Ernährung.

Raps ist heute die wichtigste heimische Ölpflanze, die gleichzeitig aber auch einen hohen Eiweißgehalt besitzt. Nach der anstehenden Ernte (voraussichtlich ab Ende Juli) liefern die kleinen schwarzen Rapskörner das hochwertige Speiseöl. Etwa 42 Prozent enthält die Rapssaat. „Zudem fällt bei der Ölgewinnung als Koppelprodukt ein hochwertiges Eiweißfutter an“, so der Vorsitzende. Je nach Herstellungsverfahren würde dieser Eiweißanteil Rapskuchen oder Rapsschrot genannt. Beringmeier: „In der Tierhaltung ist das Rapseiweiß auf Grund seiner Qualität von ganz zentraler Bedeutung.“ Rapsschrot ersetze als Proteinquelle Soja. Raps sei zudem ein Mutlitalent. Auch für technische Zwecke als Biodiesel, Hydrauliköl oder Schmierfett würde der nachwachsende Rohstoff eingesetzt.

Übrigens: Die Ölpflanze hat außerdem ackerbauliche Vorteile. Mit Raps in der Fruchtfolge verbessert sich die Bodenfruchtbarkeit. „Die Pflanze ist ein Tiefwurzler mit ausgeprägtem Wurzelsystem, das den Boden gut durchlüftet und über die Pfahlwurzeln Nährstoffe bis aus etwa einem Meter Bodentiefe noch für die Pflanze verwerten kann“, erläutert der Vorsitzende. Durch eine lange Vegetationsperiode – Aussaat Ende August und Ernte im Folgejahr Ende Juli/Anfang August – sei der Acker fast das ganze Jahr bedeckt. „Durch das Blätterkleid wird der Boden vor Verschlämmung und Winderosion geschützt“, unterstreicht Beringmeier. So wird mit dem Anbau die Auswaschung von Nitrat verringert und eine sehr gute Ausnutzung organischen Düngers erreicht.

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