WLV fordert von EDEKA: 2 Cent mehr für die Initiative Tierwohl

22. Dezember 2015

Unter dem Motto „EDEKA bremst Tierwohl aus“ gehen am Montag (21.12.2015) Bauern in Ostwestfalen auf das Handelsunternehmen EDEKA zu. Hinzu kommt eine Demonstration in Minden vor dem Verwaltungsgebäude der EDEKA Minden-Hannover. „Hier werden wir mit vielen Bauern und etwa 20 Schleppern unser Anliegen freundlich, aber mit Nachdruck vorgetragen haben“, so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe Hubertus Beringmeier. Diese Aktionen sind Teil der Proteste des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), die in ganz Westfalen-Lippe am Montag und am Dienstag stattfinden.

Der Berufsstand fordert EDEKA auf, seinen Widerstand gegen eine Erhöhung des Tierwohlbeitrags von 4 auf 6 Cent aufzugeben. „Bis auf EDEKA sind alle großen Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels in Deutschland bereit, den Tierwohlbeitrag aufzustocken“, erklärt Beringmeier. Der Aufschlag von lediglich 2 Cent je Kilogramm würde ausreichen, alle Betriebe auf der Warteliste in die Initiative aufnehmen zu können.

Zum Hintergrund: Anfang Dezember tagte die erweiterte Projektgruppe der Initiative Tierwohl Schwein. Vor allem bei der Frage zur Finanzierung der etwa 2.500 Betriebe, die auf der Warteliste zur Teilnahme an der Initiative stehen, gab es keine Einigung. „Letztlich hat sich vor allem EDEKA uneinsichtig gezeigt und die Initiative Tierwohl an dieser Stelle ausgebremst“, erläutert Beringmeier. „Für mich ist das Verhalten von EDEKA völlig unverständlich.“ Von 4.650 teilnahmewilligen Bauern könnten heute nur 2.142 mitmachen, weil die Mittel nicht für alle reichen. Beringmeier: „Für 2 Cent mehr könnten alle interessierten Landwirte mit ihren Schweinen bei der Initiative Tierwohl dabei sein.“ Bis auf Edeka seien alle großen Handelsketten bereit, diese 2 Cent mehr fürs Tierwohl zu zahlen.

Die Initiative Tierwohl ist bisher einzigartig. Die heimischen Bauern und der LEH haben sich vor zwei Jahren mit anderen Akteuren auf den Weg gemacht, in der hiesigen Schweinehaltung ein höheres Niveau an Tierwohl zu erreichen. Ziel ist es, im Rahmen der Initiative Schweine-, Hähnchen- und Putenhalter durch finanzielle Anreize in die Lage zu versetzen, Tierwohl über das gesetzliche Maß hinaus noch stärker zu berücksichtigen, ohne dass ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt wird.

Heute wollen mehr als 4.600 Landwirte ihren Schweinen mehr Platz, größeres Fenster oder mehr Beschäftigungsmaterial bieten, als gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Bauern sind hierfür in Vorleistungen gegangen und haben investiert. Alle großen Unternehmen des deutschen Lebensmitteleinzelhandels, auch EDEKA, hatten zugesagt, diese Kosten durch einen „Tierwohl-Bonus“ auf die Verkaufspreise für Schweinefleisch in den Supermärkten umzulegen. Seit Januar fließen für jedes verkaufte Kilo Schweinefleisch und Wurst 4 Cent in einen Tierwohl-Fonds, der die Kosten für die Landwirte ausgleicht. Beringmeier: „Nun droht dieses vorbildliche System ein Opfer des eigenen Erfolgs zu werden.“ Daher fordert der Berufsstand auf: „Beenden Sie den Widerstand gegen die Erhöhung von 4 auf 6 Cent“, bekräftigt Beringmeier. „Mit der Initiative Tierwohl haben Sie die große Chance, die Standards in der heimischen Tierhaltung gemeinsam mit der Landwirtschaft und den Verbrauchern aktiv, flächendeckend und Schritt für Schritt zu verbessern. Wer Lebensmittel liebt, kann nicht gegen mehr Tierwohl Deutschland sein“

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