Wir brauchen eine sachliche, ideologiefreie Diskussion „Steingärten, Gabionen sind einfach - bieten aber keinen Lebensraum für Insekten“

13. Februar 2019

Wir fordern vernünftige Erhebungen zu den Insektenvorkommen und gründliche Ursachen-Wirkung-Analysen, die selbstverständlich auch landwirtschaftliche Aspekte einschließt“, so der Bezirksverbandsvorsitzende Hubertus Beringmeier.

Schon immer arbeiten Bauern und Bäuerinnen in und mit der Natur. „Sie ist die Grundlage unserer landwirtschaftlichen Tätigkeit“, so der Vorsitzendes des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe Hubertus Beringmeier. Denn intakte Ökosysteme seien die Basis bäuerlicher Existenzen. Hinsichtlich der Diskussion des Insektenrückgangs in Deutschland fordert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe Hubertus Beringmeier seriöse Forschung. Eine Studie aus Australien habe wenig Aussagewert für Deutschland. Seit Jahren fordere der Berufsstand vernünftige Erhebungen zu den Insektenvorkommen „Wir brauchen regionale, umfassende und wissenschaftliche Untersuchungen“, so Beringmeier. „Das Thema ist einfach zu ernst dafür!“

Die Landwirtschaft sei sich ihrer Verantwortung in den Bereichen des Umwelt- und Klimaschutzes bewusst und unternehmen einiges zur Verbesserung der Biodiversität wie Blühstreifen, Uferrandstreifen, Vertragsnaturschutz, freiwillig angelegte Biotope u.a.. Die Artenvielfalt zu verbessern sei jedoch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und im existentiellen Interesse der Landwirtschaft. „Keine Branche ist so sehr auf Bienen und andere Bestäuber angewiesen wie die Landwirtschaft“, so der Vorsitzende.

Es gibt viele Gründe

„Wir brauchen eine umfassende Ursachenforschung, die selbstverständlich auch landwirtschaftliche Aspekte einschließt und eine sachliche, ideologiefreie Diskussion über die Entwicklung der Insektenbestände“, unterstreicht der Vorsitzende. „Das Insektensterben ist ein multifaktorielles Geschehen, es hat viele Gründe.“ Insgesamt müsse der Rückgang von Insekten vielschichtiger betrachtet werden. Einseitige Vorwürfe gegen die Landwirtschaft würden der Situation nicht gerecht.

Steingärten und Gabionen sind trendy, machen keine Arbeit und sind einfach

So trage auch der Trend zu Steingärten und Gabionen zum Verlust der Biodiversität bei. „Sie machen keine Arbeit und sind einfach“, erklärt Beringmeier: „Sie bieten aber keinen Lebensraum für Insekten.“ Auch die die zunehmende Lichtverschmutzung habe einen wesentlichen Einfluss. „Es gibt viele Gründe wie Klima- und Wetterbedingungen, Flächenverbrauch, zunehmende Versiegelung oder sind es vielleicht noch ganz andere?“, fragt sich Beringemeier. „Wir müssen gemeinsame Lösungen finden.“

Für die Zukunft wünscht sich Beringmeier einen Natur- und Umweltschutz auf Augenhöhe mit der Landwirtschaft und einen ehrlichen Umgang aller Beteiligten miteinander. Zielkonflikte müssten benannt und gelöst werden. „Wir alle sind gefordert!“, unterstreicht der Vorsitzende. „ Wir müssen gemeinsame Lösungen finden und angehen.“ 

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