Verschärfung der Düngeverordnung: Generalangriff auf heimische Landwirtschaft

09. Februar 2019

Als massive Bedrohung für die heimischen Höfe sieht der Bezirksverbandsvorsitzende Hubertus Beringmeier die Vorschläge zur Verschärfung der Düngeverordnung. Regelungswut und Gesetzesfülle – immer mehr Bauernfamilien können diese nicht mehr stemmen und geben auf. „Wollen wir, dass unsere Grundnahrungsmittel zukünftig aus den entferntesten Winkeln dieser Welt und aus Billiglohnländern kommen, in denen Arbeitsweise, Qualität und Sicherheit nicht gewährleistet sind?“, fragt Beringmeier.

Paderborn /wlv (Re) "Als massive Bedrohung für unsere heimischen Höfe sehen wir die Vorschläge aus Berlin nach Brüssel zur Verschärfung der Düngeverordnung", so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe Hubertus Beringmeier, „dagegen werden wir mit aller Kraft vorgehen.“

Die jetzt bekannt gewordenen Vorschläge zur Verschärfung der Düngeverordnung, insbesondere die pauschale Reduzierung des Düngebedarfs um 20 Prozent, seien ein Generalangriff auf die gesamte hiesige Landwirtschaft. „Wir erleben den Versuch, die regionale Tierhaltung mit massiver Kraft abzubauen“, unterstreicht Beringmeier. „Wir betrachten eine Verbesserung der Nitratwerte im Grundwasser als wichtige Aufgabe, der sich auch die Landwirtschaft zu stellen hat“, so der Vorsitzende. Die jetzt vorgeschlagenen Maßnahmen seien jedoch völlig überzogen und stehen zum Teil in offenem Widerspruch zu unstrittigen Grundlagen des Pflanzenbaus. „Das neue Maßnahmenpaket können und werden wir nicht hinnehmen“, verdeutlicht Beringmeier. Die Grenzen seien mehr als überschritten, das Zumutbare sei heute schon erreicht!

Hinsichtlich dem Bestreben, die erst im Mai 2017 grundlegend novellierte Düngeverordnung bereits mit Wirkung von 2020 ein weiteres Mal zu verschärfen, appelliert der Bezirksverbandsvorsitzende, an die Politik, die Realität auf den Höfen im Auge zu behalten. Die neue Düngeverordnung müsse doch zunächst die Chance erhalten, ihre erwartete positive Wirkung zu zeigen. „Wir Bauern brauchen politische Verlässlichkeit und Planungssicherheit im Düngerecht“, untermauert Beringmeier. Die Umsetzung der neuen Düngeverordnung verlange den Höfen bereits jetzt schon viel ab. Das Maß sei voll, „wir fordern umsetzbare und praktikable Lösungen.“

Den Landwirten sei ihre Verantwortung für Boden, Wasser und Luft sehr bewusst. „Wir Bauernfamilien bekennen uns zum Gewässerschutz und wollen Verbesserungen erreichen“, so er Vorsitzende. Hierfür aber brauche es Zeit, auch um die erwarteten Erfolge der bereits novellierten Düngeverordnung mit Wirkung von 2020 nachweislich zu dokumentieren.

Der Vorsitzende gibt zu bedenken: Immer mehr und höher werdende Auflagen, Gesetze und Bürokratie - gerade kleine und bäuerliche Familienbetriebe - die gesellschaftlich und politisch erwünscht sind - könnten diese Regelungswut und Gesetzesfülle finanziell nicht mehr stemmen und geben auf. „Wollen wir, dass unsere Grundnahrungsmittel zukünftig aus den entferntesten Winkeln dieser Welt und aus Billiglohnländern kommen, in denen Arbeitsweise, Qualität und Sicherheit nicht gewährleistet sind?“, fragt Beringmeier.

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