Beringmeier: Freilandeier könnten vor Ostern knapp werden">

Geflügelpest:
„Es tut Geflügelhaltern „in der Seele weh"
Beringmeier: Freilandeier könnten vor Ostern knapp werden

23. März 2021

OWL-Besonderheit Buntes Geflügel – dieses darf derzeit nicht verbracht werden

Bauernpräsident Hubertus Beringmeier: „Freilandeier könnten vor Ostern in einigen Regionen knapp werden könnten, da nach 16 Wochen Stallhaltung der Hühner die Eier nicht mehr aus Freilandhaltung vermarktet werden dürfen, sondern nur noch als Eier aus Bodenhaltung.

Paderborn /WLV (Re) Bauernpräsident und Paderborner Landwirte-vorsitzender Hubertus Beringmeier bittet um Verständnis für den vorbeugenden Schutz wegen der Geflügelpest. Mit großer Bestürzung blickt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn auf das aktuelle Geschehen in Delbrück im Zuge der Geflügelpestwelle in Deutschland und Europa. Als Landwirt finde ich es schlimm, dass viele Tiere getötet werden müssen und kann nachvollziehen, wie fürchterlich die derzeitige Lage für die Betroffenen sein muss. „Es tut Geflügelhaltern „in der Seele weh".

Beringmeier erachtet die Schutzmaßnahmen in Delbrück im Kampf gegen die Seuche für notwendig. „Die hoch ansteckende Geflügelkrankheit lässt sich leider nicht behandeln, die Tierbestände können nur durch umfassende Vorsorgemaßnahmen geschützt werden", so der Vorsitzende. Die strikte Einhaltung aller Hygienevorschriften sei hier die einzige wirksame Gegenwehr, und zwar in großen wie kleinen Tierhaltungen gleichermaßen. Es gehe darum, eine weitere Ausbreitung des Seuchengeschehens zu verhindern und andere gesunde Tiere zu schützen. Es sei auch kein Verschulden eines einzelnen Betriebes, es könne jeden treffen, da das Geflügelvirus H5N8 in der Wildvogelpopulation verbreitet sei. Ähnliches gelte für viele andere Krankheitserreger, die früher hierzulande unbekannt gewesen seien und in einer globalisierten Welt zu einer neuen Bedrohung werden könnten.

Beringmeier hofft auf Sonne und wärmere Temperaturen

Beringmeier verbindet zugleich die Hoffnung, dass die Infektionskette des Geflügelgrippeerregers im Keim erstickt wird auch aufgrund der jahreszeitlichen Witterung mit mehr Sonne, höheren Temperaturen sowie zunehmender Tageslänge. „Es ist zu wünschen, dass sich die Infektion nicht weiter ausbreitet und alle unsere Vorsorgemaßnahmen schneller sind als das Virus", fügt der Vorsitzende an.

OWL-Besonderheit: Buntes Geflügel – dieses darf derzeit nicht verbracht werden

Für die heimischen Geflügelhalter ist es eine schwierige Situation mit wirtschaftlichen Folgen, da die Vermarktung der Tiere aufgrund der tierseuchenrechtlichen Vorgaben eingeschränkt ist. Beringmeier verweist auf die Besonderheit in OWL, die deutschlandweit einzigartig ist: „Bei uns sind die Höfe oft spezialisiert auf die Zucht bestimmter Freilandrassen. Diese Legehennen mit bestimmten Farben, sogenanntes buntes Geflügel, werden aus OWL an Hobbyhalter in ganz Deutschland weiter gegeben. Diese Junghennenaufzüchter dürfen derzeit keine Tiere verbringen.

Freilandeier könnten vor Ostern knapp werden

Außerdem treffe die Reglung die Legehennenhalter, die „Freilandeier" vermarkten. Sie dürfen nach 16 Wochen Stallhaltung der Hühner ihre Eier nicht mehr aus Freilandhaltung verkaufen, sondern nur noch als Eier aus Bodenhaltung. Beringmeier: „Daher kann es sein, das Freilandeier vor Ostern in einigen Regionen knapp werden könnten."

Presse-Kontakt

Daten werden geladen …

powered by webEdition CMS