Weltmilchtag am 1. Juni:
Faire Preise für Milchbauern

28. Mai 2021

Frühjahr kalt und nass: Landwirte mit Grasernte im Gange

- Foto: „Kuh" Bildautor: WLV
Einmal im Jahr ist den Milchkühen und der Milch ein besonderer Tag gewidmet: Am 1. Juni wird in vielen Ländern der Erde an dem „Internationalen Tag der Milch" gedacht.

Paderborn /WLV (Re) Täglich, an 365 Tage im Jahr sind sie fleißig und liefern den weißen Trunk. Die Rede ist von unseren heimischen Milchkühen und der Milch. Einmal im Jahr ist ihnen ein besonderer Tag gewidmet: Am 1. Juni wird jährlich in vielen Ländern der Erde an dem „Internationalen Tag der Milch" gedacht. „Für die Kuhbauern gehören die Kühe zum Leben", erklärt Bauernpräsident und Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn Hubertus Beringmeier. Jeden Tag, auch an den Feiertagen, versorgen sie die Tiere. Sie füttern, melken und schauen, ob alles in Ordnung ist. Für sie ist es selbstverständlich, zu jeder Tages- und Nachtzeit, wenn beispielsweise einer Kuh bei der Geburt ihres Kalbes geholfen werden muss oder sonst etwas mit den Tieren ist, sich um sie zu kümmern.

Wie sieht die Lage der Milchbauern aus?

Die Milchpreise lassen mehr als zu wünschen übrig. Sie seien für die Bauernfamilien schlichtweg unbefriedigend, so der Vorsitzende. Der Milchmarkt sei im Aufschwung. Aber einzelne Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandel (LEH) wollten derzeit die Preise drücken, entgegen aller Marktentwicklungen. „Wir brauchen deutlich höhere und damit faire Erzeugerpreise", fordert Beringmeier. Seit 30 Jahren sei der Milchpreis der gleiche und das bei deutlich gestiegenen Kosten. Er berichtet von den tiefen und langanhaltenden Preistälern, mit nur kurzfristigen Phasen auskömmlicher oder höherer Preise sowie dem immerwährenden Preisdruck des Lebensmitteleinzelhandels. Der Handel diktiere ständig neue Erzeugerkriterien, wolle aber kaum dafür bezahlen. Dieses passe ganz und gar nicht zu der Nachhaltigkeit, mit denen auch der LEH gerne werbe. Zur Nachhaltigkeit zähle für Beringmeier ganz eindeutig, „dass die Milchbauern von ihrer Arbeit leben können."

Wie steht es um die Grasernte, das Futter für die Kühe?

Spaziergänger und Freizeitsportler sehen im Mai und Juni die Landwirte mit Treckern und Erntemaschinen auf den Grasflächen. Die Bauern nutzen nun das kommende trockenere Wetter für den Grasschnitt. „In diesem Frühjahr war es erst zu kalt", sagt der Vorsitzende. Die niedrigen Temperaturen hätten das Wachstum der Gräser gebremst. Dann sei es aufgrund der feuchten Witterung schwierig gewesen. Nur vereinzelt konnten bisher trockene Zeitfenster genutzt werden.

Regen gut für Bäume, Natur und Landwirtschaft

„Wir haben endlich mal wieder einen Frühling mit ausreichendem Regen. Das ist gut für die Bäume, die gesamte Natur und die Landwirtschaft", unterstreicht der Vorsitzende. Nach der alten Bauernregel: „Ist der Mai kühl und nass, füll's Scheun' und Fass", können die Bauern auch auf eine gute Getreideernte hoffen.

Erster Grasschnitt wichtigste Ernte

„Das Gras, wird gemäht und als Futter für den Winter eingefahren", unterstreicht Beringmeier. Luftdicht verschlossen und gut konserviert ist der erste Grasschnitt, der erste Aufwuchs in diesem Jahr, in der Regel die wichtigste Ernte für die Milchvieh- und Rinderhalter. Dieser stellt die Grundfuttersicherung für den nächsten Winter dar.

Kühe fressen „Sauerkraut"

Für die Silage bleibt das gemähte Gras ein bis zwei Tage lang liegen, damit es antrocknet. Dann wird es mit dem Ladewagen oder dem Feldhäcksler aufgenommen und zum Fahrsilo transportiert, wo es aufgeschichtet, verdichtet und mit einer Folie luftdicht abgedeckt wird. Sind die Mengen nicht so groß, wird es häufig in Rundballen oder Vierkantballen gepresst und dann mit einem Wickelgerät in Folie eingewickelt.

„Luftdicht verpackt ist die Silage dann bis zum nächsten Frühjahr haltbar", so der Vorsitzende. Abgeschlossen von der Luft läuft der Gärungsprozess ab, die Milchsäuregärung. Dieser ist vergleichbar mit den Prozessen, die sich bei der Herstellung von Sauerkraut abspielen.

Kühe pflegen Kulturlandschaft

Abschließend erinnert Beringmeier daran: „Nur Wiederkäuer wie Kühe, Rinder oder Schafe können das Gras - das Grünland - für den Menschen nutzbar machen. Sie stellen aus Gras hochwertiges Eiweiß für die menschliche Ernährung her." Die Wiederkäuer würden somit einen sichtbaren und wichtigen Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft leisten.

Kasten
Seht mal wie ein Kalb zur Welt kommt
AgrarInfo für Kinder: Kuh-le Kühe auf dem Bauernhof

Viele Infos rund um die Kuh, wie sie leben, warum sie Ohrmarken tragen oder wie ein Kalb geboren wird, sind im „AgrarInfo für Kinder - Landwirtschaft für die ganze Familie" zu finden. Das AgrarInfo Kinder ist seit Februar digital verfügbar und richtet sich mit kindgerechten Inhalten aus der Landwirtschaft an die jüngste Generation, an interessierte Kinder und Jugendliche. Neben kurzen Filmen, Podcasts und Animationen sind unter www.WLV.de/AgrarInfoKinder viel Spannendes zum aktuellen Monatsthema „Kuh-le Kühe auf dem Bauernhof" zu finden. Das AgrarInfo Kinder erscheint immer am ersten Wochenende des Monats und ist kostenlos. Es kann über eine E-Mail an redaktion@wlv.de abonniert werden.

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