Höfe, Äcker, Wiesen und Weiden -Lebensraum für viele Tiere

21. Juni 2021

Feld- und Hofsafari: Was kreucht und fleucht denn da?

Foto: Cornelia Langreck Sandbienen in Quittenblüte

Die Sandbienen in der Quittenblüte machen gerade Nachwuchs

Paderborn /WLV (Re) Viele Menschen genießen derzeit Natur und Landschaft. Es gibt Vieles zum Entdecken. In Feld und Flur, in Wiesen und Weiden, leben jede Menge Tiere – groß und winzig klein. „Auch auf unseren Bauernhöfen findet viel Getier Heimat und Nahrung - neben Kühen, Schweinen oder Hühnern", so Bauernpräsident und Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn Hubertus Beringmeier. Auf den Feldern sieht man Rehe oder Hasen, es flattern Vögel und Insekten. Im Boden leben ganz viele kleine Bodenlebewesen, vom Regenwurm bis zur Assel. „Auch unsere Höfe bieten viel Platz für viele Tiere, sie finden hier Lebensraum, Nistmöglichkeiten und Nahrung", erklärt Beringmeier.

Was kreucht und fleucht denn da? „Was so nahe liegt, wird oft nicht so beachtet", weiß der Vorsitzende. Wie wäre es mit einer kleinen Safari?

Schwalben

Beispielsweise ziehen Schwalben und viele andere Vögel auf den Höfen ihre Jungen auf. „Die Rauchschwalbe ist hauptsächlich im ländlichen Raum zu finden", erzählt der Vorsitzende. „Sie brütet fast ausschließlich in landwirtschaftlichen Gebäuden, vor allem in Ställen. Hier finden sie ausreichend Nahrung und einen Nistplatz.

Was tun Landwirte um den Rauchschwalben zu helfen? Leider gibt es immer weniger Bauernhöfe und deshalb wird es für die Rauchschwalben nicht leichter. „Auf den verbleibenden Höfen wenden wir häufig ein paar alte Tricks an, um den Schwalben zu helfen", berichtet der Vorsitzende. „Da Rauchschwalben ihre Nester im Stall oder anderen Gebäuden bauen, müssen sie immer rein und raus fliegen können." Deshalb sei durchgehend ein Fenster im Sommerhalbjahr geöffnet. Schwalbennester aus dem Vorjahr erhalten die Landwirte zudem über den Winter. Sie werden dann im Frühjahr von den Tieren ausgebessert und wieder neu genutzt. Weiter brauchen Schwalben Lehm für den Nestbau. „Sollte es während der Zeit des Nestbaus zu trocken sein, hilft es, einen Eimer Wasser in eine ausgetrocknete Pfütze zu gießen", sagt Beringmeier.

Fledermäuse und Schleiereulen

Fledermäuse leben meist auf Dachböden oder am Mauerwerk älterer Gebäude. Schleiereulen finden in Scheunen Unterschlupf und draußen auf dem Land Mäuse sowie andere Beutetiere als Nahrung. Für noch mehr Nistmöglichkeiten hängen Bauernfamilie häufig noch zusätzliche Kästen auf.

Alte Obstbäume

„Fast überall auf unsren Höfen stehen alte Obstbäume, in denen viele Tiere wie Insekten und Vögel leben", schildert der Vorsitzende. Hohlräume im Stamm alter Obstbäume nutzen zum Beispiel verschiedene Vogelarten als Nistplatz.

Nicht sofort zu sehen ...

„In unseren Böden, also auch auf den Feldern, leben unzählige Lebewesen, von Fadenwürmern, Asseln über Käferlarven bis zu Regenwürmern", erläutert Beringmeier, „ebenfalls größere wie Maulwürfe." Viele dieser Tiere bauen abgestorbenes Pflanzenmaterial zu Humus ab. Regenwürmer seien die bekanntesten unter ihnen. In Deutschland gebe es allein etwa 40 verschiedene Arten. „Und wie alle Tiere brauchen die Bodenlebewesen Nahrung wie Pflanzenreste, die nach der Ernte auf dem Feld bleiben", betont der Vorsitzende. Um das Bodenleben zu fördern, bauen die Bauern nach der Hauptfrucht im Herbst Zwischenfrüchte an wie Ölrettich oder Senf. „Diese werden im nächsten Frühjahr nicht geerntet, sondern im Boden eingearbeitet", so Beringmeier. „Da haben Regenwurm und Co. richtig was mampfen."

Was surrt denn da?

Oberhalb des Bodens finden sich Insekten, Käfer und andere Krabbeltiere. Insekten seien wichtig. „Sie bestäuben beispielsweise die Blüten oder dienen Tieren als Nahrung", ergänzt Beringmeier. So würden Schwalben zum Beispiel ohne Insekten verhungern. Dem grünen Berufsstand sei es wichtig, die Insekten zu schützen. „Viele Bauern säen zum Beispiel Blühstreifen entlang von Feldern als Nahrungsquelle für Insekten aus", erklärt Beringmeier.

Feld und Flur, Blühflächen, Streuobstwiesen, Zwischenfrüchte, Hecken, Bäume, Scheunen und Ställe bieten unzählige Lebensräume – sie seien wichtig und wertvoll. „Sie schaffen Vielfalt", unterstreicht Beringmeier. „Viele Insekten, Vogelarten und Kleinsäugetiere finden hier Nahrung und Unterschlupf. Davon profitieren wir alle." Deshalb seien die Bauernfamilien mit ihren traditionsreichen Höfen weit mehr als Lebensmittelerzeuger.

 

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