Lage der Schweinehalter angespannt

27. August 2021

Beringmeier: „Landwirte brauchen Perspektiven!"

Bildautor: Landwirtschaftsverband (WLV)

Die Lage der Schweinebauern ist angespannt. Rund 390 Schweinehalter gibt es im Kreis Paderborn, davon rund 100 Sauenhalter. Besonders die Höfe, die Sauen halten, sind stark gebeutelt.

Paderborn /wlv (Re) Die Lage der Schweinebauern ist derzeit angeschlagen. „Die Erzeugerpreise liegen am Boden und ständig kommen neue Auflagen von Handel und Politik dazu", erklärt Hubertus Beringmeier, Bauernpräsident und Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn. „Die Landwirte kennen den Markt mit seinen Höhen und Tiefen seit Jahrzehnten." Doch dieses Preistal sei anders. Neben niedrigen Preisen würden gestiegene Kosten, die Afrikanische Schweinpest (die für den Menschen ungefährlich ist) in Deutschland, wegbrechende Märkte und vor allem fehlende Rahmbedingungen hinzukommen.

Der Erzeugerpreis liegt aktuell bei nur 1,30 € für ein Kilogramm Schweinefleisch. „Die Kosten für die Erzeugung - wie höhere Futterpreise - übersteigen deutlich die Erlöse", verdeutlicht Beringmeier. Dazu komme eine extreme Verschiebung der Weltmärkte. „Das Problem liegt nicht in Deutschland, hier ist die Menge an Schweinefleisch seit Monaten rückläufig", so der Vorsitzende. „Doch ausländische Ware drängt durch das Verschieben der globalen Märkte auf unserem deutschen Markt."

Rund 390 Schweinehalter gibt es im Kreis Paderborn, davon rund 100 Sauenhalter. „Vor allem die Höfe, die Sauen halten, sind besonders stark betroffen", sagt Beringmeier. Sie würden nicht nur unter einer stockenden Abnahme und niedrigen Preisen leiden. Ihnen stehen zudem hohe Investitionen für gesetzliche Umbauten in den Ställen bevor.

Der Landwirtevorsitzende untermauert die Bereitschaft der Bauern für eine Weiterentwicklung in der Tierhaltung. Doch vieles könnten die Familien auf den Höfen nicht gleich von heute auf morgen stemmen. „Entscheidungen und Investitionen haben immer eine lange Tragweite", betont Sauenhalter Josef Scholand aus Bad Wünnenberg Bleiwäsche. „Höhere Ansprüche an die Landwirtschaft kosten nun mal mehr Geld, für uns höheren finanziellen und bürokratischen Aufwand." Doch hohe Standards und Preise auf Weltmarktniveau passten nicht zusammen. Hinzu komme: Die heimischen Landwirte geraten im internationalen Vergleich wirtschaftlich eindeutig ins Hintertreffen.

„Uns fehlen verlässliche Rahmenbedingungen", sagt Josef Scholand. Oft handele es sich um politische Scheinlösungen. So seien zum Beispiel Umwelt- und Tierschutz in Deutschland ein Zielkonflikt, mit dem die Bauern allein gelassen würden. Der Berufsstand fordert deshalb ein entschlossenes Handeln und Unterstützung und zwar auf allen Ebenen von Handel, Verarbeiter, Politik und Gesellschaft. „Wir brauchen das Bekenntnis des Handels zum hochwertigen deutschen Produkt", untermauert Beringmeier, „das gilt für Milch- und Fleischprodukte gleichermaßen."

Presse-Kontakt

Daten werden geladen …

powered by webEdition CMS