Gutes Wetter dringend notwendig

02. September 2014

Bauern hoffen sehnlich auf schönen Altweibersommer

Kreis Soest (wlv). Die Weizenernte zog und zieht sich hin. Eigentlich hätten die Erntearbeiten in diesem Jahr zu einem frühen Abschluss kommen können, denn die Vegetation hatte sich durch den ausgebliebenen Winter und das warme Frühjahr einen Vorsprung verschafft. Aber der regnerische August machte den Bauern einen Strich durch die Rechnung. „Aktuell ist noch immer nicht auf allen Flächen im Kreis Soest der Weizen komplett eingebracht. Besonders in den Höhenlagen im Süden unseres Kreisgebietes gibt es noch Flächen, die nicht gemäht werden konnten“, sagt Josef Lehmenkühler, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest. Auch Stroh läge vielfach noch auf den Feldern.

Nun hoffen die Bauern auf einen schönen Altweibersommer. „Die Wetteraussichten für die kommenden zwei Wochen lassen zumindest hoffen“, so der Landwirtevorsitzende. Wenn auch die Gewittergefahr die Prognose etwas „wackelig“ mache.

Die Weizenernte war in diesem Jahr eine Hängepartie. Sie gestaltete sich für viele Bauern in der Region zu einer harten Geduldsprobe. Immer wiederkehrende Niederschläge unterbrachen ständig die Erntearbeiten und zerrten an den Nerven der Landwirte.

 

Als besonderes Problem sei in diesem Jahr noch hinzugekommen, dass die Starkniederschläge im Juni in einigen Regionen die Getreidehalme flach an den Boden gedrückt hätten. „Dieses Getreide braucht natürlich deutlich länger um zu trocken“, sagt der Landwirt. „Wenn der reife Weizen zu lange bei der feuchten Witterung auf dem Halm verbleibt und nicht geerntet werden kann, beginnt das Korn schon zu keimen und das geht das auf Kosten der Backqualität“, sagt Lehmenkühler. Dieser Weizen sei dann nicht mehr als Backweizen zu vermarkten.

 

Neben der Ernte der verbliebenen Weizenflächen gäbe es aktuell für die Landwirte noch viele andere Dinge zu tun, zu denen sie trockenes Wetter dringend benötigten: „Raps und Zwischenfrüchte müssen ausgesät werden und der letzte Grasschnitt steht vielerorts an“, sagt Lehmenkühler mit einem hoffenden Blick auf die Wetterkarte.

 

 

 

Altweibersommer:

 

Im Volksmund steht der Begriff "Altweibersommer" für eine Schönwetterperiode im September.

 

Die Bezeichnung Altweibersommer hat seinen Namen vom „weiben“, dem altdeutschen Wort für „weben“ oder eben das Knüpfen von Spinnweben.

 

An September-Tagen mit sonnigem Wetter kühlt es sich in den klaren Nächten stark ab, so dass in den Morgenstunden durch den Tau Spinnweben deutlich zu erkennen sind.

 

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