Landwirte im Kreis Soest: Gemeinsam für eine gute Gewässerqualität

16. April 2016

Kreis Soest (wlv). „Grund- und Oberflächenwasser im Blick“, so lautete das Thema einer gemeinsamen Tagung der Vorsitzenden der Landwirtschaftlichen Ortsverbände und der Ortslandwirte im Kreis Soest im Versuchs- und Bildungszentrum Haus Düsse am Dienstagabend. „Der Schutz von Oberflächengewässern liegt auch in der Verantwortung der heimischen Landwirtschaft“, sagte der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Josef Lehmenkühler und führte weiter aus „Wir wollen im Kreis Soest frühzeitig und prophylaktisch tätig werden.“ Landwirte sollten schauen, wo auf den Betrieben potentielle  Fehlerquellen sein könnten und müssen gegebenenfalls auch technisch nachbessern. „Als Bauern wollen wir alles daran setzen, die Qualität der Gewässer durch verantwortungsvolles Wirtschaften für die nachfolgenden Generationen zu erhalten“, so der Landwirtevorsitzende. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Kreislandwirt Dirk Schulze-Gabrechten und zitierte eine Studie des Umweltbundesamtes, nach der sich die Phosphateinträge seit 1983 halbiert und die Stickstoffeinträge um ca.40 Prozent reduziert hätten. „Da, wo wir aber noch Handlungsbedarf haben, müssen wir aktiv werden“, so der Kreislandwirt.

Jürgen Windmeier der Unteren Wasserbehörde im Kreis Soest zeigte die Bandbreite aktueller Kontrollen auf: Silolagerstätten, Mistplatten, Hoftankstellen, Waschplätze, Pflanzenschutz-mittel, Jauchegruben oder die Abfüllplätze der Güllebehälter würden bei Kontrollen in den Blick genommen. Wir schauen auf den Betrieben nach Schwachstellen, damit diese abgestellt werden können und nichts in Gewässer gelangt“, sagte er. Problematisch seien eher die Altanalagen, an denen schon der Zahn der Zeit genagt habe. „Aber auch hier konnten in den letzten 15 Monaten viele bauliche Mängel in gemeinsamem Vorgehen der Landwirte und der Untere Wasserbehörde beseitigt werden“. Die Überprüfungen würden gezielt bei Verdacht nach dem Blick auf die Luftbilder getätigt, deshalb sei die Mängelquote natürlich höher als die Durchschnittsverteilung.

Dr. Andrea Kauka, Referentin für die Wasserrahmenrichtlinie der Landwirtschaftskammer, zeigte die die aktuellen Verfahren der Wassergüteerhebung sowohl im Grundwasserbereich als auch bei Fließgewässern auf.

Anna Hüsemann, Wasserrahmenrichtlinienberaterin der Landwirtschaftskammer erklärte den besonderen Blick auf den Pflanzennährstoff Phosphor, der in organischen Düngemitteln und Sickersäften enthalten ist: „Phosphor ist ein wachstumsbegrenzender Faktor im Gewässer, wird er zugeführt, setzt zusätzliches Pflanzenwachstum ein, Pflanzenmaterial stirbt irgendwann ab, dabei wird Sauerstoff verbraucht und das kann im Extremfall zu Sauerstoffmangel im Gewässer führen.“

Abschließend zeigte der Bauberater der Landwirtschaftskammer Willem Tell, bauliche Lösungsansätze speziell bei der Sanierung von Fahrsiloanlagen auf.

„Wir Landwirte arbeiten in und mit der Natur – insofern ist uns besonders daran gelegen, mögliche Probleme frühzeitig anzupacken und die Ursachen hierfür zu beseitigen“, resümierte Lehmenkühler. Die Anforderungen hätten sich in den letzten Jahren und Jahrzenten verschärft und würden sich weiter deutlich verschärfen.


Presse-Kontakt

Gemeinsam für ein gute Gewässerqualität: Josef Lehmenkühler, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes (vorne), v.l.n.r: Alfons Matuszczyk, Abteilungsleiter Umwelt des Kreises Soest, Anna Hüsemann, Beraterin Wasserrahmenrichtlinie der Landwirtschaftskammer, Dr. Andrea Kauka, Referentin für Wasserrahmenrichtlinie der Landwirtschaftskammer, Jürgen Windmeier, Untere Wasserbehörde Kreis Soest, Willem Tell, Bauberater der Landwirtschaftskammer, Dirk Schulze-Gabrechten, Kreislandwirt

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