Gelbe Blütentupfer in der Landschaft

12. April 2016

Raps beginnt in der Hellwegbörde zu blühen

Kreis Soest (wlv). Noch sind es erste Blütentupfer, aber schon bald werden leuchtend gelbe Rapsfelder mit ihrem angenehm süßlichen Blütenduft die Frühjahrslandschaft im Kreis Soest prägen.

„Mit einer Fläche von rund 8000 Hektar im Kreis und damit knapp12 Prozent der Ackerfläche erfreut der Raps nicht nur den Betrachter, sondern spendet auch den Honigbienen reichlich Nektar“, erklärt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest Josef Lehmenkühler. „Nebenbei befruchten die Bienen die Blüten“, sagt er. Eine Rapspflanze bilde bis zu 100 Blüten. „Daraus wachsen dann in Schoten ca. 2.500 kleine, runde, schwarzbraune Samenkörner mit einem Ölgehalt von etwa 40 Prozent heran“, so der Vorsitzende.

Raps sei eine wertvolle Ackerkultur mit einem schönen Erscheinungsbild und gutem Honigertrag. Rapsöl aus heimischer Erzeugung komme bei den Verbrauchern an: Im vergangenen Jahr war Rapsöl in Deutschland mit einen Marktanteil von 40 Prozent das beliebteste Speiseöl in deutschen Küchen. In der Beliebtheitsskala auf Platz zwei folgte das Sonnenblumenöl, danach Olivenöl auf Platz drei.

Das Öl wird aber nicht nur für Ernährungszwecke, sondern auch als nachwachsender Rohstoff verwendet. Es eignet sich als Schmieröl oder -fett oder auch als Kraftstoff.  Der Vorteil besteht in dem nahezu vollständig geschlossenen Kohlendioxid-Kreislauf.

Neben dem Öl ist auch das bei der Pressung anfallende Schrot begehrt. Vier Millionen Tonnen Rapsschrot haben die deutschen Landwirte im vergangenen Jahr als eiweißreiches Futtermittel verbraucht. Damit lag dessen Einsatz erstmals über dem von Sojaschrot mit 3,9 Millionen Tonnen. Mit dem Ölschrot decken die Tierhalter den Bedarf an hochwertigem Eiweiß bei Rindern, Schweinen und Geflügel. Der Verbrauch an Rapsschrot hat sich in Deutschland innerhalb von nur zehn Jahren verdoppelt.

Raps hat einige ackerbauliche Vorteile: In der Fruchtfolge verbessert er die Boden-fruchtbarkeit. „Die Pflanze ist ein Tiefwurzler mit ausgeprägtem Wurzelsystem, das den Boden gut durchlüftet und über die langen Pfahlwurzeln Nährstoffe bis aus etwa einem Meter Bodentiefe noch für die Pflanze verwerten kann“, erläutert der Vorsitzende. Nährstoffe, die vom Regen nach unten ausgewaschen worden seien, könne der Raps noch nutzen. Durch eine lange Vegetationsperiode, die sich von der Aussaat Ende August/Anfang September bis zu Ernte im Folgejahr Ende Juli/Anfang August erstrecke, sei der Acker fast das ganze Jahr bedeckt. „Durch das Blätterkleid wird der Boden vor Verschlämmung und Winderosion geschützt“, unterstreicht Lehmenkühler.

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