Trockenheit und frühe Ernte

03. August 2018

Kreis Soest (wlv). Anfang August und alle Getreidefelder sind abgeerntet; dieses Jahr hat Seltenheitswert. „Und dabei haben wir zu Beginn des Frühjahres geglaubt, es könnte etwas später werden mit der Ernte“, sagt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest Josef Lehmenkühler. Im März sei es durchgehend recht kalt gewesen, so dass die Pflanzenentwicklung im zeitigen Frühjahr ein bis zwei Wochen hinter den letzten Jahren hinterher gehinkt habe. „Aber dann ging es los – von 0 auf 100“, sagt der Landwirt. Es folgte der wärmste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und die Natur explodierte. In kürzester Zeit wurde die Entwicklungsverzögerung wieder aufgeholt. Auch der Mai war sehr warm und die Pflanzen entwickelten sich rasant. „So konnten wir ungefähr zwei Wochen früher mit der Ernte beginnen als in den meisten anderen Jahren. Während der Erntearbeiten gab es keine regenbedingten Zwangspausen, so dass wir nun ungefähr vier Wochen früher mit der Getreideernte durch sind als in den letzten Jahren“, so Josef Lehmenkühler.

Was für den Verlauf der Erntearbeiten ideal gewesen sei, habe jedoch auf der anderen Seite trockenheitsbedingte Ertragseinbußen mit sich gebracht. Der wenige Regen in den letzten Monate und die hohen Temperaturen hätten dazu geführt, dass die Pflanzen geschädigt worden seien, sagt der Landwirtevorsitzende. Die Ertragseinbußen seien jedoch sehr unterschiedlich ausgefallen. „Die wenigen - aber wichtigen - Regenschauer gingen lokal sehr gegrenzt nieder und die Bodenqualitäten spielen eine extrem große Rolle“, so Lehmenkühler. Besonders problematisch sei die Situation auf Böden, die Wasser nicht lange speichern könnten, wie beispielweise Böden mit einem hohen Sandanteil oder einer geringen Mächtigkeit.

„Alle Kulturen, die jetzt noch auf den Feldern stehen, brauchen unbedingt Wasser“, sagt Lehmenkühler. Kartoffeln, Mais, Rüben, Gemüse, für alle Früchte sei Regen unbedingt notwendig. Besonders hart treffe es die Landwirtsfamilien, die Futter für ihre Tiere benötigten. Auf dem Grünland wachse nichts mehr und auch der Mais als Winterfutterpflanze vertrockne.

Extrem unterschiedlich sei die Betroffenheit in Deutschland und selbst im Kreis Soest gebe es große Unterschiede. Zweifelsfrei würden alle Gegenden unter der Trockenheit leiden; in einigen Gebieten habe sich die Trockenheit aber schon zu einer Dürrekatastrophe entwickelt.

Presse-Kontakt

Landwirtevorsitzender Josef Lehmenkühler: "An einen so frühen Ernteabschluss kann sich kaum jemand erinnern."

Die Erntearbeiten konnten in diesem Sommer schnell und gut erledigt werden.

Die Felder in der Region sind abgeerntet; hier und da sieht man noch Stohballen auf den Stoppelfeldern.

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