Agrarpolitisches Forum im Kreis Soest

02. Dezember 2019

Kreis Soest: Am heutigen Montag, dem 2. Dezember, findet um 19.00 Uhr ein öffentliches agrarpolitisches Forum im Haus Rasche-Neugebauer (Bad Sassendorf, Wilhelmstraße 1) statt. Eingeladen hierzu haben der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Heinrich Frieling, der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Thies und Georg Busemann, Kreisvorsitzender des CDU-Agrarausschusses.

Die heimischen Landwirte nehmen die Einladung gerne an, einige von ihnen werden aber nicht mit ihren PKWs, sondern mit Traktoren anreisen. „Wir wollen damit ein deutliches Zeichen unserer massiven Betroffenheit im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde und damit im Kreis Soest setzen“, sagt Christin Plett, Pressesprecherin im Zusammenschluss ‚Land schafft Verbindung‘. Die Landwirte rufen am 2. Dezember nicht zur Demonstration auf, sondern wollen ihrer Not Ausdruck verleihen: „Wir haben Angst um die Zukunft unsere Höfe und unserer Familien“, so Markus Westerfeld, Landwirt in Bad Westernkotten und ebenfalls aktiv im Zusammenschluss ‚Land schafft Verbindung‘. „Wenn das Agrarpaket so kommt, wie es die Ministerinnen Klöckner und Schulze am 4. September vorgestellt haben, wird es das ‚Aus‘ für viele heimische Bauernfamilien bedeuten“, ergänzt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest Josef Lehmenkühler. Wenn die Politik die heimischen bäuerlichen Familienbetriebe erhalten wolle, müsse das Agrarpakt dringend auf den Prüfstand.

Zudem sei es kontraproduktiv für den Insekten- und Vogelschutz: „Wir Landwirte wären gezwungen, die Fruchtfolge zu verengen, da uns die Möglichkeiten genommen werden, verschiedenen Früchte, beispielweise den Raps, gesund zu erhalten“ , sagen die Landwirte. Zudem müssten Herbizidbehandlungen, die nach dem Aktionsprogramm nicht mehr möglich seien, durch eine vermehrte mechanische Unkrautbekämpfung ersetzt werden, was besonders für die Bodenbrüter fatal sei. „Die Erfolge, die wir in den letzten Jahren in der Hellwegbörde im Vogelschutz durch freiwillige Maßahmen erzielt haben, würden wieder zunichte gemacht“, sind sich Westerfeld, Plett und Lehmenkühler einig.

Die Veranstaltung am kommenden Montag steht in einer Reihe von vielen Aktionen in diesem Herbst. „Wir wollen als Landwirte gehört werden, wenn es um unsere Zukunft geht‚ deshalb haben wir als ‚Land schafft Verbindung‘ schon überregionale Aktionen in Bonn und Berlin sowie die Staffelfahrt am vergangenen Montag organisiert, nun wollen wir auch kreisweit ein Zeichen setzten“, sagen Plett und Westerfeld. „Zudem haben wir viele politische Gespräche mit Bundes- und Landtagsabgeordneten in den letzten Wochen geführt“, so der Landwirtevorsitzende Lehmenkühler und ergänzt: „Ministerpräsident Laschet haben wir in Soest direkt nach dem Bekanntwerden des Agrarpaketes einen Brandbrief übergeben.“  Wenn die Politik eine bäuerliche Landwirtschaft im Kreis Soest erhalten wolle, müsse sie den Bauern auch einen Hauch von  Wettbewerbskraft lassen, sagen die Landwirte.

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