Landwirte übergaben Ministerin Brandbrief

06. Dezember 2019

Kleiner Hoffnungsschimmer für Bauern im Kreis Soest

Kreis Soest (wlv). Das war eine Nachricht mit Neuigkeitswert, die die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen Ursula Heinen-Esser am Freitag mitbrachte: „Wir haben unsere Fachbehörde, das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) mit der Prüfung des Vogelschutzgebietes Hellwegbörde beauftragt. Das Ergebnis ist, dass eine gesonderte Unterschutzstellung nicht zielführend ist, da sich die meisten der schützenswerten Vogelarten im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde von Kleinsäuern und nicht von Insekten ernähren“.

„Damit haben wir zumindest eine Chance, dass die massivsten Auflagen, die das Insektenschutzprogrammes des Agrarpakets bescheren würde, zumindest aktuell möglicherweise nicht in Gänze greifen könnten“, bewertet der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest Josef Lehmenkühler die Aussage.

Die Anwesenheit der Ministerin in Bad Sassendorf bei der Hauptversammlung der Landwirtschaftskammer NRW nutzten die heimischen Landwirte zum Gespräch und zur Übergabe eines Brandbiefes. Zentrales Thema des Gespräches war das Aktionsprogramm Insektenschutz des Agrarpakets der Ministerinnen Schulze und Klöckner mit seinen drohenden massiven Auswirkungen für das Vogelschutzgebiet Hellwegbörde. Neben dem Kreisverbandsvorsitzenden Josef Lehmenkühler nahm auch sein Stellvertreter Andreas König, der Kreislandwirt Dirk Schulze-Gabrechten und der Vizepräsident des WLV, Wilhelm Brüggemeier am Gespräch teil.

„Wir setzen lieber auf ein ‚Anreizsystem‘ als auf Ordnungsrecht“, sagte die Ministerin. Die vielen freiwilligen Maßnahmen, die die Landwirte im Kreis Soest schon praktizierten, zeigten, dass das auch der richtige Weg sei.

Vor der Versammlung waren einige Landwirte des Zusammenschlusses „Land schafft Verbindung“ mit ihren Traktoren gekommen und diskutierten mit der Ministerin. Die zahlreichen Fragen und Wortbeiträge der Landwirte und Landwirtinnen machten deutlich: „Wir haben Angst um die Zukunft unserer Höfe und unserer Familien.“

„Mit der Aussage der Ministerin haben wir zumindest eine Hoffnung, dass wir im Kreis Soest mehr auf kooperativen Naturschutz als auf Verbote setzen können“, sagt Kreisverbandsvorsitzender Josef Lehmenkühler. Mehr als eine Hoffnung sei es aber nicht. Würde das Agrarpaket so wie geplant kommen, sei es das „Aus“ für viele bäuerlichen Familienbetriebe im Kreis Soest und mehr als kontraproduktiv für den Vogelschutz.

 

 

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