Krähen zerpicken Mais

28. Mai 2020

Tiere verursachen massive Schäden

Kreis Soest (wlv). Der junge Mais streckt seine Blätter aus dem Boden und auf so manchem Feld im Kreis Soest sind in diesem Frühjahr gleich die Krähen zur Stelle: Eine Pflanze nach der anderen wird aus dem Boden gezogen, teilt der Landwirtschaftliche Kreisverband mit. Massive Ertragsausfälle und sogar teilweise eine Neusaat seien die Folge.

„Im Kreis Soest haben wir häufig Probleme mit Krähenfraß, in diesem Jahr ist es in einigen Gebieten im Mais aber besonders massiv“, sagt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Josef Lehmenkühler.

Einer der betroffenen Landwirte ist Achim Schulte-Derne aus Soest-Lühringsen, von seinen 10 Hektar Mais hat er schon 3,5 Hektar nachsäen müssen. Es sei erstaunlich, in welch kurzer Zeit die Krähen ganze Felder zerstören würden, sagt er. In nur zwei Tagen könnten das zwei bis drei Hektar sein. Der große Schaden gehe aber gar nicht darauf zurück, dass große Krähenschwärme die jungen Pflanzen fressen würden, sondern dass einige Krähen extrem gezielt und effektiv „arbeiten“ würden. „Die Tieren ziehen die junge Pflanze aus dem Boden, fressen sie nicht, aber gehen der Reihe entlang sofort zur nächsten Maispflanze, die ebenfalls nur rausgezogen und liegen gelassen wird“, schildert er seine Beobachtungen.  

„Die Krähen im Mais sind in diesem Jahr ein wirkliches Problem“, sagt der Landwirtevorsitzende Josef Lehmenkühler. „Wir Bauern leben und arbeiten mit der Natur“, sagt er und führt weiter aus: „So ist es vollkommen normal, dass unsere Felder Fressplätze für wild lebende Tiere sind; die Krähen werden in diesem Jahr im Mais aber zu einem wirklichen Problem.“ Die Landwirte fühlten sich schon recht ohnmächtig, wenn die Krähen die frische Saat wegpicken und man rein gar nichts dagegen unternehmen könne, sagt Lehmenkühler, zumal auch noch nicht klar sei, ob den nachgesäten Mais  das gleiche Schicksal ereile.

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