Erste Kinder-Konferenz mit Bauernpräsident Beringmeier „Wir möchten Kindern eine Stimme geben“

10. Juni 2020

Auch Kinder aus dem Kreis Soest dabei

Kreis Soest (wlv). Kinder sind die Zukunft und bauchen eine Stimme: So fand am Dienstag (9.6.2020)  die erste landwirtschaftliche Kinder(Presse)Konferenz statt, an der auch Kinder aus dem Kreis Soest teilnahmen.

Der neue Bauernpräsident Hubertus Beringmeier will Kinder stärker in den Mittelpunkt rücken. In einer ersten Kinder-Pressekonferenz am Dienstag (9.6.2020) auf seinem Hof in Hövelhof haben Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren aus den Kreisen Paderborn und Soest den Präsidenten befragt und ihm ihre Wünsche und Anregungen mit auf den Weg gegeben. Sie leben entweder auf dem Bauernhof, helfen in ihrer Freizeit auf einem Hof oder leben in der Stadt und finden Landwirtschaft spannend.

„Wir möchten hören, was euch am Herzen liegt“, stellte Beringmeier gleich zu Beginn heraus: „Was ihr mir sagt, nehme ich mit;  es wird in die Verbandsarbeit einfließen“, versprach er und bekräftigte: „Ihr Kinder seid mir ganz wichtig, ihr seid unsere Zukunft.“

Wie sehen die Aussichten des Nachwuchses in der Landwirtschaft aus? Kann ich heute überhaupt noch den Beruf des Landwirts lernen? In nur wenigen Berufsbranchen geht der Beruf der Eltern so stark in das Leben der Kinder ein. Hof, Leben und Arbeiten sind eng miteinander verflochten. Die Kinder erleben jeden Tag hautnah die Fragen, Sorgen, Nöte und Planungen in der Familie. Sie entwickeln ihre eigenen Überlegungen und Vorstellungen. Wie sehen sie aus?

Julia Westerfeld (10) von einem Hof aus Bad Westernkotten fragte, warum viele Menschen ein falsches Bild von der Landwirtschaft hätten? Wie käme das, was könne man tun? Die Antwort: Bauern und vor allem Städter seien sich fremd geworden, begründet Beringmeier. Die Anzahl der Höfe in Deutschland habe sich in den letzten 50 Jahren massiv verringert, so sei der natürliche Kontakt zur Landwirtschaft über Verwandtschaft und Bekanntschaft leider weniger geworden. „Dem müssen wir aktiv entgegen wirken und Stadt und Land zusammenbringen. Wir brauchen Verständnis, Transparenz, Gespräche“, erklärte der Präsident. „Neben unseren Aktivitäten mit Verbrauchern, Schule auf dem Bauernhof, Lehrerfortbildungen oder Medieninformationen ist hier jeder einzelne von uns gefragt, dazu beizutragen, das unser Beruf und unsere Arbeit, positiv gesehen werden.“

„Wir Bauernfamilien müssen wirklich viel arbeiten, auch an Wochenenden und Feiertagen. Warum bekommen wir im Gegenzug  für unsere Erzeugnisse, für Milch, Eier und alles andere so wenig Geld?“, fragte Jost Ostermann (14), der auf einem Hof in Bad Westernkotten lebt, den Bauernpräsidenten. Lebensmittel hätten doch ihren Wert und bräuchten ihren Preis. „Seit Jahrzenten kämpfen wir für angemessene Preise unserer hochwertigen Erzeugnisse“, erläutert Beringmeier. Doch der Lebensmitteleinzelhandel diktiere die Preise. „Zudem leben wir in einem Land, in dem man kaum bereit ist, mehr für unsere Lebensmittel zu bezahlen. Doch wir werden hier nicht aufgeben, wir werden weiter für eine angemessene Entlohnung unserer Produkte kämpfen“, bekräftigt der Präsident.

Matthias Westefeld (12) aus Bad Westernkotten brachte gleich mehrere gute Ideen ein, die der Bauernpräsident gerne aufgriff.  „Ein Zeltlager für die Bauernhofkinder oder einen Video-Wettbewerb finde ich toll“, sagte der Zwölfjährige. „Filme, die die Landwirtschaft erklären, um sie Schulen zur Verfügung zu stellen.“ Ein weiterer Vorschlag: Ein Treffen von Bauernhofkindern mit Kindern, die nicht aus der Landwirtschaft kommen, um so den Austausch zu fördern und das Tun der Bauern zu erklären. Beringmeier dazu: Das seien viele gute Ideen, die er gerne aufnehmen wolle. Das mit dem Zeltlager gehe leider dieses Jahr nicht wegen Corona. Das könne man aber vielleicht für den nächsten Sommer planen. „Das ist deine Idee, wir werden uns mit dir für die Planungen in Verbindungen setzten“, sagte Beringmeier.

Abschließend bedankte sich der Präsident bei allen Kindern. Er sei tief beeindruckt von den Fragen und Anregungen des Nachwuchses. „Ihr habt euch wirklich ganz viele Gedanken gemacht und mit dem Thema „Landwirtschaft und Zukunft“ fundiert beschäftigt.“ Er verdeutlichte: „Alles was wir für die Zukunft tun, tun wir für euch Kinder, denn ihr sollt eine Zukunft in der Landwirtschaft haben. Wir freuen uns, dass ihr alle so viel Spaß an und in der Landwirtschaft habt.“ Dies solle auch so bleiben. Der Präsident untermauerte: „Wir haben einen ganz tollen Beruf, so vielfältig und abwechslungsreich, das Arbeiten in und mit der Natur und die Verbundenheit mit den Tieren.“

Presse-Kontakt

Matthias Westerfeld, Julia Westerfeld und Jost Ostermann (v.l.n.r) aus dem Kreis Soest diskutierten mit Bauernpräsident Hubertus Beringmeier

Daten werden geladen …

powered by webEdition CMS