Nahrung und Lebensraum für Insekten und Wildtiere

09. Juli 2020

Blühstreifen entlang der Felder im Kreis Soest als Beitrag zur Artenvielfalt

Kreis Soest (wlv). Beim Sommerspaziergang in der heimischen Feldflur fällt auf:  Es blüht und summt entlang vieler Felder. Die Landwirtinnen und Landwirte im Kreis Soest haben einen Streifen ihrer Äcker - oder auch ganze Flächen - nicht mit Früchten bestellt, sondern dort eine Mischung aus verschiedenen Blumen und Kräutern ausgesät.

„Im dritten Jahr in Folge haben wir unsere Aktion ‚Blühendes Band durch Bauernhand‘ gestartet“, sagt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Josef Lehmenkühler. Die blühenden Streifen und Flächen sehen schön aus, das ist aber nicht der wichtigste Grund, warum die Bauern im Kreis Soest die Blühpflanzen ausgesät haben. „Wir verzichten hier auf einen Teil des Ertrages, weil wir Insekten und anderen Wildtieren zusätzlichen Lebensraum und Nahrung geben möchten“, sagt Lehmenkühler.

„Die bunte Farbenpracht bietet Nektar für Honigbienen, Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Insekten“, erläutert er und führt weiter aus: „Zudem finden Bodenbrüter dort Brutflächen und Wildtiere Rückzugsgebiete.“ Feldhase, Fasan, Kiebitz, Rebhuhn und andere Wildtiere würden die Blühstreifen als Zufluchts- und Aufzuchtort nutzen. Damit die Tiere Ruhe hätten, würden zunehmend Landwirte die Streifen nicht an Straßen, sondern an ruhigeren Stellen der Felder einsäen. Die Früchte und Samen der Pflanzen seien außerdem Nahrung zahlreicher Vögel. Von kleinen Säugetieren werde der Blühstreifen ebenfalls als Wohn- und Nistplatz genutzt, diese fänden zudem dort Deckung vor Greifvögeln. „So können wir einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt leisten und gleichzeitig die Attraktivität der Region erhöhen“, so der Vorsitzende.

Wer die Natur aufmerksam beobachte, der sehe, dass sich die Blühflächen wandeln würden, sagt Lehmenkühler. „Aktuell blüht es hauptsächlich weiß und violett, später werden neben vielen anderen Pflanzen die gelben Sonnenblumen ihre Köpfe herausstrecken“, so der Bauernvorsitzende. Bei der Auswahl der Mischung hätten die Landwirte besonders darauf geachtet, dass viele Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeitpunkten enthalten seien und somit ein langer Blühzeitraum von Frühjahr bis Herbst entstehe. Ein beliebte Mischung in der Region würde beispielsweise aus 16 Kulturpflanzen mit unterschiedlichen Eigenschaften bestehen: Kulturmalve, Rotklee, Phacelia, Sonnenblume, Ölrettich, Sommerwicken, Buchweizen, Ringelblume, Leindotter, Öllein, Borretsch, Dill, Koriander, Ramtillkraut, Inkarnatklee und Schmuckkörbchen würden für ein kontinuierliches Nahrungsangebot sorgen.

Eine Bitte hat Lehmenkühler noch: „Zum Schutz von Tieren und Pflanzen sollten die Blühstreifen nicht betreten werden und auch Hunde sollten nicht darüber laufen.“

 

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