Gülledüngung und Homeoffice

23. Februar 2021

Mit Hoch "Ilonka" beginnen die Feldarbeiten

Kreis Soest (wlv). Mit dem Frühlingswetter in dieser Woche beginnen draußen auf den Feldern die ersten Feldarbeiten im Kreis Soest wieder. Den Anfang macht die Düngung der Pflanzen mit organischen Düngern wie Gülle, Substraten aus Biogasanlagen und Mist; eine Arbeit, die man nicht nur sehen, sondern auch riechen kann.

„Der Schnee ist getaut und die Böden abgetrocknet, jetzt geht es mit etwas Verspätung draußen los", sagt der Landwirt und Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest Josef Lehmenkühler. Da die Düngung nicht ganz ohne Gerüche einhergehe, bittet er um Verständnis: „In dieser Woche wird verstärkt Gülleduft in der Luft liegen", sagt er und erläutert „Wir versuchen möglichst Gerüche zu reduzieren und Rücksicht zu nehmen, aber ganz ohne geht es nicht. So versuchen wir in der Regel in der Nähe von Wohnbebauungen nicht zur Feierabendzeit zu düngen, sondern dann, wenn die Menschen zur Arbeit sind." Da aktuell viele Menschen im Homeoffice seien, würde dieser Mechanismus nur bedingt funktionieren, sagt er. Auch würden die rechtlichen Rahmenregelungen immer weniger zeitlichen Spielraum lassen, so dass in den verbleibenden Zeiten die Düngung stärker wahrgenommen werde, weil sie zeitlich komprimierter erfolge.

„Wir Bauern geben uns aber auch mit weiteren Methoden Mühe, die Gerüche einzudämmen", sagt er. So werde beispielsweise auf unbewachsenen Flächen die Gülle nach dem Ausbringen in den Boden eingearbeitet, anschließend rieche man kaum noch etwas. Auf den Feldern, auf denen schon Kulturen ständen, würden sogenannte Schleppschläuche die Geruchsbelästigung verringern, da die Gülle dann direkt auf dem Boden ausgebracht werde.

„Gülle, Mist und Substrate aus Biogasanlagen sind wertvolle Dünger", so Lehmenkühler. Darin seien die Nährstoffe enthalten, die die Pflanzen zum Wachstum bräuchten: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium und Schwefel sowie verschiedene Spurenelemente, erklärt Lehmenkühler und führt weiter aus: „Ohne Düngung gedeihen die Pflanzen nicht und die Fruchtbarkeit des Bodens nimmt immer mehr ab weil Mineralstoffe entzogen und nicht zugeführt werden." Besonders zu Beginn der Vegetation im Frühjahr sei der Bedarf der Pflanzen hoch, da sie dann für das Wachstum und zur Bildung von Blättern, Stängeln und Früchten Nährstoffe benötigen würden.

Presse-Kontakt

Landwirte versuchen mit verschiedenen Mitteln, so zum Beispiel mit diesen Schleppschläuchen, die Gerüche bei der Gülleausbringung zu reduzieren.

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